Spieltag 2: 24.08.2019 Unser erstes Auswärtsspiel in der Bundesliga führte uns gleich mal in die Fugger-Stadt Augsburg. Unser Leutnant zur See Seku diente nun schon seit einem Jahr im Süden im Stützpunkt Unterallgäu. Daher war es nur zu naheliegend, ihn mit der verantwortungsvollen Aufgabe zu betrauen, unsere Besatzung würdig zu vertreten. Und dieser Tag entwickelte sich zu einem absoluten Höhepunkt. Der Reihe nach: Zugfahrt vom Hauptbahnhof Memmingen bis Mindelheim. Dort eine halbe Stunde Zeit. Verzweifelte Suche nach einem kalten Bier. Nach kurzer Irrfahrt fand er schlussendlich eine Pizzeria, wo er sich mit 3 Bieren eindecken konnte. Im Auto zweier Augsburger waren die kühlen Biere sehr schnell Geschichte. Ankunft Augsburg. Fußmarsch ca. 24 Minuten. Schon bei der Ankunft war die WWK-Arena erkennbar. Nun ja… Unsere Alte Försterei ist schon schön!!! Der Weg zum Stadion war dann äußerst lang. Keine „Tanke“, keine „Abseitsfalle“. Nur Maisfelder etc… Und sooo warm. Völlig unterhopft erreichte unser Leutnant die Spielstätte. Und wen traf er dort? Unseren Seekadetten Nussi! Was für eine Wiedersehensfreude. Also wurde spontan die Last der Verantwortung auf zwei Schultern verteilt. Aber Seekadett Nussi war nicht der Einzige, den er traf. Denn auf der scheinbar hoffnungslosen Suche nach einem kalten Bier kam er zu einem Reisebus aus Österreich. Dort wurde die Situation völlig korrekt beurteilt und unser Leutnant bekam das ersehnte Bier. Doch nicht nur das! Während eines Smalltalks stellte sich alsbald heraus, dass ich mit keinem Geringeren als Pappa Trimmel gerade locker daherplapperte. Und schwupps gesellte sich auch gleich Mama dazu. Fazit: Seku´s Unterhopfung konnte gerade noch rechtzeitig behandelt werden und Papa Trimmi sagte nicht ganz ohne stolz: „Da hoam wa euch oan Gudn gschickt!!“
Und dann war endlich Anstoß. Zum Spiel gibt es nicht so viel zu schreiben. Unsere Besatzung vor Ort machte einen guten Job, die Hinterlandsicherung durch unseren KaLeu organisiert, verlief ebenfalls reibungslos. Somit erkämpften wir unseren ersten Punkt in der 1. Bundesliga!!! Doch nicht nur das: Auch schossen WIR das erste Tor in der Bundesliga. Vielumjubelt traf Andersson in der 80. Minute zum 1:1-Endstand. Leider kassierten wir auch die erste Rote Karte… Nur drei Minuten nach dem Ausgleich. Aber egal, der Punkt war unser und es durfte nun gefeiert werden. Dazu hatten die Augsburger in ihrem alten Stadion ein kleines Fantreffen organisiert. Zusammenführung unserer beiden Seemänner. So wurde es ein verdammt langer, harter, nasser Abend. Aber alle sind unbeschadet zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt!
Nun war es also endlich soweit! Nachdem wir in Halberstadt ungefährdet in die 2. Pokalrunde eingezogen sind, stand am 18.08.2019 unser erster Auftritt in der Fußballbundesliga auf dem Plan. Zugegeben, gleich diesen sächsischen Dosenclub vor die Brust zu bekommen, war ganz sicher nicht ganz so optimal. Beim Morgenappell war zu merken, dass unsere Crew zwar den Tagesbefehl verstanden hatte, an deren Umsetzung aber leise Zweifel aufkamen. Doch wir wären nicht U-1966, würden wir die Befehle nicht umgehend in die Tat umsetzen. Also los, auf ging es. Leider übertrug sich unsere Unsicherheit auch auf unsere Mannschaft. Bereits nach einer halben Stunde lagen wir zu diesem Zeitpunkt völlig verdient 0:3 hinten. An eine Wende glaubte keiner so richtig wirklich. Am Ende verließen unsere Kicker gesenkten Hauptes mit 0:4 das Stadion. Aber die Fans feierten den 18. Tabellenplatz wie die Meisterschaft. Und die Besatzung von U-1966 musste zum Rapport beim KaLeu antreten. Denn dieser war mit der Arbeit seiner Untergebenen mehr als unzufrieden. Und das nicht mal unbegründet! Alle gelobten Besserung für das erste Auswärtsspiel in Augsburg.
Aufregung pur. Adrenalin nicht messbar! Die Zeit bis zum Anpfiff zog sich wie ein zäher Kaugummi. Unser Kaleu aber behielt die Nerven. Dank seiner jahrelangen Vermessererfahrung konnte er unsere Marines im Vorfeld an den strategisch entscheidenden Lagepunkten einteilen. Jeder kannte seine Aufgabe. Wir waren bereit! Und keine Chance des Gegners, die U-1966-Crew zu durchschauen. In der S-Bahn wie immer: „In unserm Stadion, in der Hauptstadt, in der immergrünen „Alten Försterei“- ja da spielt der FC Union und er schießt ein Tor für uns!“ So zogen wir mit kurzen Stopps an der „Tanke“ und der „Abseitsfalle“ singend in unser Wohnzimmer. Das Wort Abseitsfalle wurde im Laufe des Abends noch sehr interessant! Zur Erinnerung: Das Hinspiel endete 2:2. Für uns eine sehr komfortable Ausgangssituation! Mit einem Unentschieden hätten wir den Aufstieg in Sack und Tüten. Also ein Unentschieden mit 0:0 oder 1:1. „Der Mannschaftsbus wurde mit einem infernalisch anmutenden pyrotechnischen Feuerwerk empfangen – und mit dem inbrünstigen Ruf, der später das schon früh überfüllte Stadion pulsieren lassen sollte: Eisern Union!“ (Zitat aus der SZ vom 27.05.2019). Das muss auch den Spielern einen zusätzlichen „Kick“ gegeben haben. 20:30 Uhr Anstoß. Unsere Mannen begannen sehr konzentriert. Immerhin hatten „wir“ in Stuttgart 2 Auswärtstore erzielt und der VFB musste daher mindestens eines schießen, um nicht in Liga 2 abzusteigen. Unsere Marines beobachteten das Geschehen auf dem grünen Geläuf aus allen möglichen Standorten im Stadion. Kurze Blickkontakte reichten aus, dass die ersten Minuten gar nicht mal schlecht waren. Von einem Klassenunterschied war aber auch gar überhaupt nix zu sehen! Dann die Minute 9. Freistoß Stuttgart. Ohje, was für eine aussichtsreiche Position! Und zack, war das Leder auch schon im Kasten von Rafal Gikiewicz. Leutnant zur See Seku stand im Sektor 3 genau auf Höhe des Strafraumes und erkannte sofort: „Ditt war Abseits!!! Aba sowatt von! Schieri!!!!“ Es ist leider nicht ganz geklärt, ob die Rufe unseres Leutnants, oder aber der VAR in Kölle Herrn Christian Dingert überzeugten, sich den Treffer auf dem Monitor noch einmal anzuschauen. Um dann die einzig logische Entscheidung zu treffen: ABSEITS! Unser Dank geht hier an Seku. Ganz klar, das war einzig und allein sein Verdienst! Nach 12-13 Minuten nahmen nun unsere Fußballgötter offensiv etwas Fahrt auf. Erste Eckbälle, erste Schüsse auf das Tor von Zieler. Ja und so vergingen die Minuten. Auch wenn die Statistik etwas für die Schwaben spricht, so richtig brenzlig wurde es bislang noch nicht. Nach 4 Minuten Nachspielzeit ging es in die Kabinen. Zeit für unsere Crew ein erstes Fazit zu ziehen und festzustellen, dass unsere Taktik bislang aufging und wir auf gar keinen Fall etwas ändern sollten! Wiederanpfiff. Nun ging es hin und her. Es ist an dieser Stelle gar nicht möglich, auf jedes einzelne Detail einzugehen. Somit gleich zum letzten Abschnitt des Spieles. Der VFB musste ja unbedingt noch ein Tor erzielen. Das ergab für unser Team einige Kontermöglichkeiten. Aber das erlösende 1:0 wollte einfach nicht gelingen. So blieb es spannend bis zur letzten Sekunde. Nur ein Tor hätte Stuttgart gereicht. Ein blöd abgefälschter Ball, ein Tor nach einer Ecke oder wer weiß was… 5 Minuten obendrauf. Ohje, 5 lange Minuten. Es war kaum zum Aushalten. Denn es ging noch einmal ordentlich zur Sache. Gegen 22:30 Uhr pfiff der Schiedsrichter die Partie ab. Unsere Jungs hatten es geschafft! Der erste Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga. Wahnsinn. Glückwunsch von unserer Crew an Admiral Fischer. Was dann in Köpenick abging, kann hier nicht in lapidare Worte gefasst werden. Fazit: Unsere Besatzung war bestens vorbereitet für diese große Schlacht. Wir sind auf einem absolut guten Weg.
Hinspiel im Gottlieb-Daimler-Stadion am 23.05.2019
Was für ein Spiel! Am Ende fahren unsere Jungs mit einem respektablen 2:2 nach Hause. Dabei sah es anfangs nicht ganz so gut aus. Doch unsere Mannschaft fand immer besser in das Spiel und ließ kaum gefährliche Szenen des Favoriten zu. Dennoch fiel in der 42. Minute das 1:0. So kurz vor der Halbzeit ist einfach nur doof! Aber Abdullahi gab uns nur 83 Sekunden später die Hoffnung zurück! Halbzeit. Der VFB kam nun wütend aus der Kabine und erzielte (wenn auch etwas glücklich) das 2:1. Marvin Friedrich gelang in der 68. Minute der erneute Ausgleich. Nach einer Ecke von Trimmel köpfte er das Leder in die Maschen. Die Stuttgarter erholten sich fortan nicht mehr und Andersson hätte, … So blieb es beim 2:2. Nicht ganz schlecht für das Rückspiel! Die Crew von U-1966 war mit seiner Arbeit ganz zufrieden und der Kaleu genehmigte Landgang für die Besatzung. Dieser endete natürlich im Marinehaus!!!
Wir mussten nach Bochum. Unsere Ausgangslage war nicht so schlecht! Mit einem Sieg im Ruhrpott und einer Niederlage der Paderborner in der sächsischen Landeshauptstadt hätten wir den Aufstieg direkt klarmachen können. Und was war das für ein Spiel!!! Der VFL führte zur Halbzeit 1:0. Aber der Relegationsplatz war uns ja trotz alledem sicher. Doch wir hatten noch immer die Chance, direkt aufzusteigen! In der 49. Spielminute gab es Elfmeter für den VFL. Das war dann auch das 2:0, obwohl Gikiewicz beinahe pariert hätte. Dann gab es Gelb-Rot für Bochum. Neue Hoffnung keimte! Und Prömel traf in der 83. Minute. Anschluss. Hoffnung. Mees macht den Ausgleich. Nur 2 Minuten später. Und immer noch Zeit, das Siegtor und den direkten Aufstieg zu sichern. In der 96. Minute sprangen wir auf, feierten schon fast den Aufstieg! Aber… Abdullahi scheiterte mit der letzten Aktion aus kurzer Distanz an Riemann. Scheiße!!! Da half auch der Sieg von Dresden nichts, wir mussten (oder durften) nach einer unglaublich steilen Saison in die Relegation gegen den VFB aus Prenzleberg… Fazit: Nach offensichtlichen anfänglichen Schwierigkeiten merkten unsere Jungs scheinbar, dass wir einen sicheren Rückhalt für sie bilden. Es ist wohl so, dass auch wir so langsam zueinander finden und ein jeder seine Aufgaben erkennt! Wir gehen guten Mutes und voller Optimismus die nun anstehenden Spiele gegen Stuttgart an.
Die Spiele des vorletzten Spieltages wurden allesamt zeitgleich angepfiffen. Am Ende verlor der HSV im Spitzenspiel 1:4 in Paderborn. Damit stand fest, dass der haushohe Favorit Hamburg den direkten Aufstieg nicht mehr packen kann. Nun waren wir gefordert und hatten den 1.FC Magdeburg im Stadion an der Alten Försterei als Gäste. Zugegeben, unsere Crew war vor dem Spiel ein wenig nervös. Denn wir wollten nun endlich auch mal den Beweis antreten, dass wir unsere Mission ernst nehmen und wir mit unseren bescheidenen Möglichkeiten einen möglichen Aufstieg unterstützen können. Unsere Mannschaft wirkte gefestigt. Wir gehen davon aus, dass Urs Fischer nun auch das nötige Vertrauen in uns gefunden hatte. Denn schlussendlich fegten unsere Götter die Bördekicker ungefährdet mit 3:0 aus dem Stadion. Unsere Arbeit trug wohl erste Früchte! Die nächste Aufgabe wird sicher nicht einfach. Immerhin fahren wir zum VFL Bochum!
Am 05.05.2019 fand der 32. Spieltag der 2. Bundesliga statt. Unsere Mannschaft war zu Gast in Darmstadt. Wir waren an diesem Spieltag auf Tabellenplatz 3 und spürten den Atem der Hansestädter aus Hamburg. Die Norddeutschen kassierten am Tage zuvor eine 0:3-Heimklatsche gegen den bayerischen Audihersteller-Club. Unsere große Chance, den Vorsprung auszubauen und Paderborn noch einmal in Bedrängnis zu bringen. Denn diese hatte bereits am Freitag im Derby in Bielefeld gepatzt. Also alles sprach für uns. In Köpenick freute man sich, dass wir nun als Geheimwaffe unseren Dienst tun werden. Und vielleicht verließen sich unsere tapferen Kicker zu sehr auf uns. Welch fataler Irrtum! Denn wir mussten an diesem Tag eine ganz bittere 1:2 Niederlage mit nach Hause nehmen. Die Hauptschuld müssen wir wohl auf uns nehmen. Wir als Crew von U-1966 waren noch ein wenig unstrukturiert und wohl auch noch ein klein bisschen konzeptlos. Aber wir gelobten Besserung! Eigentlich war ja nichts Schlimmes passiert! Zum letzten Heimspiel freuen wir uns nun auf den 1.FC aus Magdeburg.
Sehr schnell konnte die Crew vollständig besetzt werden. Dank des unermüdlichen Einsatzes unseres Kaleu´s wurde am 01.05.2019 dem Flottenkommando die Vollzähligkeit der Mannschaft von U-1966 gemeldet. Diese setzt sich nun wie folgt zusammen:
Am gestrigen 19.01.2019 war die 3. Lesenacht an der M8 in Berlin-Marzahn. Im Vorfeld dieser Veranstaltung trafen sich drei (bis dahin) Zivilpersonen im Marinehaus, um den Hauptakteur Nussi auf seine schwierige Mission vorzubereiten. Aber die Köpfe waren nicht frei! Immer wieder geisterte der Gedanke um das U-Boot mit dem geschichtsträchtigen Namen U-1966 wie ein Damoklesschwert durch das Marinehaus. Nach einigen Meckatzern, Jausenbrettern und (von Stefan spendierten) Obstlern fassten sich die drei Marines ein Herz. Es bedurfte nur sehr weniger Blicke und sehr schnell stand fest: Dort sitzt das Trio, welches das U-Boot durch die anstehenden Feindfahrten schippern wird und für Umsetzung der Tagesbefehle, die an Spieltagen der Fußballgötter vom Hauptquartier in der Alten Försterei ausgegeben werden, Sorge zu tragen haben. Ebenso stand fest, dass für dieses schwierige Unterfangen dringend Verstärkung benötigt wird! Und Stefan erklärte sofort seine Bereitschaft, als Smutje für das leibliche Wohl der Crew von nun an verantwortlich zu zeichnen. Folgende grundlegende Beschlüsse wurden mündlich festgehalten:
Kaleu wird Christian
Seku als Leutnant zur See sein Stellvertreter und verantwortlich, die Crew bei Laune zu halten
Nussi´s Dienstgrad wird Seekadett und als Schriftsteller ist seine primäre Aufgabe, bei Zusammentreffen aus seinen unzählbaren Werken zu lesen
Stefan als Chef des Marinehauses bekocht die Crew als Maat