Archiv der Kategorie: Das Jahr 2022

August-Stammtisch

Logbucheintrag 2025-08-08

Wie immer beginnt ein Stammtisch mit einer beschwerlichen Anreise. Diesmal kein Zugverkehr zwischen Treptower Park und Ostbahnhof. Überraschend und unvorhersehbar. Selbst der Zugführer, den ich hoffnungsvoll befragte, wusste es nicht. Ich solle erstmal mitfahren. Nach einigen Irritationen dann letztendlich mit dem Bus ab Schöneweide zum Märkischen Museum. O.K. ! Ankunft Marinehaus 17:50. Also gute Stunde später als geplant. Na gut… Aber dann zu meiner Überraschung, ich als erster! Marian und Stefan hatten noch einen Zwischenstop eingelegt. Café Re heisst die Eckkneipe denke ich. Sie kamen also etwas später … so konnte ich mit dem neuen Wirt Christian etwas schnacken. Sehr interessant, aber nix für die Öffentlichkeit. Als Neuerung die sofort ins Auge springt : das AWO Lastenkrad vor der Tür. Innen dann vermisst man den stolprig-ranzigen Teppich. Auch die Toiletten sind wieder i.O. Dafür Küche nur von 17 -22 Uhr … Bier in alter Qualität. Weizen vom Fass ist echt super! Jedenfalls kamen dann noch Tilo und Christian (Wieck). Tilo alkoholfrei mit Volvo und Christian nach einem S-Bahn-Brand in bester Laune. So nahm der Abend seinen dann wieder gewohnten Lauf. Stefan verstrickte mich in endlose Diskussionen. Auch wurden unsere Aktivitäten nach der erholsamen Sommerpause angedacht, ohne dabei etwas festzulegen. Das soll dann ab September erfolgen. Jedenfalls schwärmen alle von unseren Feindfahrten. Glasgow, Prag, Tirana, Erfurt, Augsburg… Bamberg wird folgen. Auch Stettin war super! Alle bekannten Ziele wären für eine Wiederholung durchaus geeignet. So die allgemeinen Meinungsäußerungen. Es wurde ein erfrischender Abend und wir sind in froher Erwartung auf den Union-Start gegen Stuttgart. Da werden wir an vorderster Front wieder unseren Dienst tun. Bis dahin sammeln wir Kräfte und nutzen die Zeit zur Erholung. Die nächsten Feindfahrten werden nicht leichter und wir werden jeden Marines im Vollbesitz seiner Kräfte benötigen. So gehen wir ins Wochenende mit erheblicher Zuversicht und dem immerwährenden Durst … Macht was draus –
Euer KaLeu

Jahresabschluss

Logbucheintrag 2024-12-17

Was für ein unglaubliches Jahr 2024! Was durften wir alles erleben, was haben wir gekämpft, gelitten, aber auch gefeiert! Da war es nur allzu logisch, dieses hochemotionale Jahr auch gebührend zu würdigen. So wurde bereits im Herbst beschlossen, eine Weihnachtsfeier anzuberaumen, an der möglichst alle Marines teilnehmen sollten. Natürlich ein sauschwieriges Unterfangen! Aber es hat schlussendlich doch funktioniert!!! Selbst der Herr Leutnant vonne Illaschleife sagte zu. Er hatte den mit Abstand weitesten Anreiseweg. Und das ganz ohne U-Boot!! Er wurde dafür mehrfach gelobt und bestaunt.
Zum chronologischen Ablauf: 17.12.2024. 1508. Zeuthen. KaLeu Heller schon in heller Aufregung. Dieser alte Fuchs hielt sich an keinerlei Absprachen und wartete artig auf dem Parkplatz vor dem Bahnhof. Denn unser Leutnant zur See hatte vom stundenlangen Bahnfahren die Nase voll und wollte die paar Schritte zum headquarters unseres KaLeu´s zu Fuß erledigen. Dennoch gab es eine herzliche Wiedersehensbegrüßung. Und unser Leutnant war auch gar nicht böse. Die Reisetasche war doch recht schwer. Nach 2-3 Weizen im Hause Heller war es aber auch allerhöchste Huschetute für die Offiziere. Denn im COE2.0 – Zweigstelle vom „DEFTIG“ – ging schon mächtig die Post ab. Sonst so hartgesottene U-Bootfahrer lagen sich zu Tränen gerührt in den Armen. Und schwupps standen erste Weizen oder Biere auf den Tischen. Dann aber war es an der Zeit, dass unser KaLeu das Ruder übernahm und in einmaliger Manie eine Rede auspackte, die unseren sonst so harten Marines die eine oder andere Träne entlockte. Nun ein paar Zitate, alles niederzuschreiben ist nicht möglich.
⇒ „Der KaLeu zu Hause – der Frau rechenschaftverpflichtet! Auf der See der Admiralität und im Hafen der Mannschaft!!!“
⇒ „Unsere Sieglosigkeit hat gegen Bochum einen neuen Höhepunkt gefunden!“
⇒ „Die Admiralität würde unsere Crew ob ihres bedingungslosen Einsatzes in den höchsten Tönen loben, wenn unsere Mission nicht geheim wäre! Damit müssen wir U-Bootfahrer leben. Unser Schicksal lautet nun einmal: BESOFFEN, ABER ALS FRIEDENSHELD!!“
⇒ „Lediglich der Mangel an Seewegen verhinderte, dass wir mit unserem U-Boot zum COE2.0 anreisten!“

In seiner Rede stellte er volle Kampfesstärke der Crew fest. Aber auch die Zivilbeschäftigten Biergut, Opi, Sam, Guido und Erik waren vollzählig. So nahm KaLeu Heller dann auch noch Ehrungen in Form von Weihnachtsgeschenken vor. So sind wir nun alle im Besitz neuer T-Shirts. Und dank neuer Uhren gibt es zukünftig auch keine Ausreden für etwaiges Zuspätkommen mehr! Ja und dann gab es obendrein den 2025-Jahreskalender. Dieser ist ein ganz BESONDERER!!! Warum? Er wurde liebevoll vom Praktikanten Sam erstellt. Natürlich gab KaLeu Heller die Vorlagen, aber umgesetzt eben durch Sam. Während sich so ziemlich alle über die steilen Bilder hermachten, gab sich der Leutnant sehr reserviert. Er versprach, nicht jetzt schon zu kieken, sondern sich von nun an immer auf den ERSTEN eines jeden Monats zu freuen. Denn dann erst wird umgeblättert. Naja, kann man machen…
Damit war KaLeu Heller auch schon am Ende seiner Rede. Das Schlusswort war dann: „AUF GEHT´S UNIONER ⇒ KÄMPFEN UND SIEGEN!!!“ Mit einem dreifachen „EISERN UNION! EISERN UNION! EISERN UNION!!“ antwortete die Mannschaft.
Nun aber noch eine andere Sache: In dem kurzen Abriss aus der feierlichen Rede fehlte ein ganz ein entscheidender Punkt: KaLeu Heller bedankte sich im Namen unserer U-Bootbesatzung mehrfach bei Hannelore. Hannelore hat für unsere Jungs und Mädels immer eine offene Tür, ein offenes Ohr und ein frischgezapftes Bier! So ziemlich nach jedem Heimspiel kehren unsere Leute bei ihr ein. Und wenn das Spiel mal wieder nicht so lief, wie es sich unsere Besatzung gewünscht hat, spätestens nach 1,966 Minuten ist die gute Laune wieder da. Und an diesem Abend, also am 17.12.2024 hatte sie ein Buffett gezaubert, dass einfach nur megalecker war. Rotkraut, Grünkohl, Klöße, Kartoffeln und Gänsekeulen! Und soooo viel davon, dass selbst unsere ausgehungerte Crew kapitulieren musste. Und Hannelore hatte auch ein feines Gespür, wenn sich am Tisch irgendwo ein Getränk bedrohlich dem Ende neigte. HANNELORE ⇒ WIR ALLE SAGEN NOCHMALS GANZ HERZLICH DANKESCHÖN!!!! ES WAR EIN UNVERGESSLICHER ABEND!!
Und somit ist auch das Ende des Logbucheintrages erreicht. Denn nach dem üppigen Essen folgten zahlreiche Gespräche. Ach Blödsinn, es wurde einfach nur ausgelassen gefeiert!

Auswärts in der Allianz-Arena

LOGBUCHEINTRAG 2023-02-26

Nach dem grandiosen Europapokalauftritt unserer „EUROFIGHTER“ stand nun heute eine Aufgabe auf dem Plan, die sicherlich nicht schwerer hätte sein können: Auswärtsspiel in München. Nachdem die Gastgeber in der Vorwoche in Gladbach verloren hatten, blieb ihnen eine ganze Woche Zeit, diese Niederlagen zu verarbeiten. Hinzu kamen die Querelen um ihren sehr seltsamen Trainer. Also waren waren sie hochmotiviert! Und unseren Jungs steckte ja noch der Donnerstag in den Knochen. Dies alles keine allzu guten Voraussetzungen. Da auch unsere Crew eine kleine Auszeit benötigte, schickte der KaLeu lediglich unseren Leutnant in die Arena. Aber würde er als Einzelkämpfer bestehen und vielleicht ein Pünktchen mitnehmen? 0800 trat die Crew zum Morgenappell an und unser KaLeu verkündete folgenden Tagesbefehl:

Doch leider gibt es nach Beendigung dieser Partie absolut nichts, was hier im Logbuch positiv erwähnt werden könnte. Die im Anschluss veröffentlichen Fotos dokumentieren zwar die absolute Gefechtsbereitschaft unserer Marines, mehr aber auch nicht. Leutnant Seku war völlig überfordert und wird wahrscheinlich für die nächsten Spiele wieder die Iller bewachen müssen. Der Support im Stadion fühlte sich wie eine einzige Katastrophe an. Die Ultras gaben sich redlich Mühe. Aber ein langgezogener Gästeblock ganz oben des Stadions war untauglich für gute Unterstützung. Ja und dem Spiel selbst kann hier nichts entnommen werden, was einen klitzekleinen Hauch von Spannung versprühen könnte. Unser Admiral sprach nach der Partie davon, dass die Bayern 2-3 Klassen besser waren. Und genau das trifft den Nagel auf den Kopf. Daher nun „GUTE NACHT“ liebes Tagebuch. Wir alle werden die nun folgenden Tage zur Regeneration nutzen. Der KaLeu wird am Donnerstagstammtisch eine kurze Auswertung vornehmen. Am kommenden Samstag erwarten wir die Geißböcke aus der Domstadt. Mit Fußball-Gott-Trainer Baume. Anstoß in unserem Wohnzimmer ist 1530. Dann alle Mann mit frischen Kräften! EISERN

Auf Wiedersehen 2022

Ein unglaublich erfolgreiches Jahr 2022 neigte sich dem Ende. Unsere Marines schafften abschließend noch einen kleinen Abschluss. Natürlich im Stützpunkt Marinehaus. Hier nun ein kleiner Rückblick durch unseren Kaleu:

Alles begann mit folgendem Tagesbefehl:

Ich versuche mal den gestrigen Abend zusammenzufassen: Ich war schwer bepackt nur 1 bis 2 Minuten nach 1700 im Marinehaus angekommen. Selbstverständlich waren Stefan und Marian bereits am trinken. Marinehaus ansonsten total leer. Ungewöhnlich. Aber nur eine Stunde später sollte es brechend voll werden. Jedenfalls trudelte die Mannschaft so nach und nach ein. Tilo in Begleitung seiner Frau, auch Kptn. Guido und unser Marian hatte wohl einigen Bekannten den Tipp unseres Treffens gegeben. Also etwas größer die Runde.
Zunächst konnten wir unserem Wirt nachträglich die Hände anlässlich seines Geburtstags schütteln. Sein Geburtstagsgeschenk hatten wir incl. Sam zuvor signiert und somit ein unverwechselbares Unikat geschaffen. Stefan wird einen angemessenen Ehrenplatz finden. Nach einer Runde Obstler (Apfler und Mirabelle) konnte ich mit den Überraschungen fortfahren:
Die Kalender 2023 sind gut angekommen, wie ich glaube verstanden zu haben. Wer nun dachte, das war`s, der war einfach auf dem Holzweg. Die Idee unsere Dienstbekleidung zu vervollständigen, kam mir in einer Mußestunde beim durchblättern der outdoorfan – Internetseite. Kurzum, wir besitzen nunmehr Schutzbrillen gegen die klimawandelbedingte verstärkte Sonneneinstrahlung. Spätestens auf der MeerZeit werden sie unerlässlich sein.
Unserem Wirt konnte ich noch ein neues Portemonnaie überreichen. Sein altes war einfach durch zu hohen Geldfluss zerschlissen.
Als ich nun dachte, dass es sich mit den nachweihnachtlichen Geschenken erledigt hatte, bekamen wir es mit Sams Einfallsreichtum zu tun. Der hatte ein neues Bild mit unserer Crew gestaltet und jedem eins hochwertig laminiert. Nun war ich richtig platt.
Wie zu erwarten, ging es nach diversen Getränken und einer grundsoliden Portion Schichtkohl an die frische Luft, um Gruppenbilder zu machen. Freundliche Passanten waren uns behilflich. So nahm der Abend mit vielen anregenden Gesprächen und Planungsideen für das kommende Jahr seinen feuchtfröhlichen Fortgang. Ein wahrlicher Höhepunkt unserer Crew-Historie fand ein spätes Ende und ein Bezahlen unserer Zeche wurde uns zu guter Letzt auch noch verwehrt. Mir blieb nur die Sprachlosigkeit, gepaart mit Dankbarkeit und der Hoffnung eines regulären S-Bahnverkehrs. So bin ich erst heute in Zeuthen angekommen, etliche Minuten nach Mitternacht. Dieser Abend im Kreis der fast vollständig anwesenden Crew wurde zum wahrlichen Höhepunkt des Jahres und macht Lust auf mehr … So bleibt dem KaLeu nur der uneingeschränkte Dank an seine hervorragende Crew.

Geburtstag vom Leutnant

LOGBUCHEINTRAG 2022-11-22

Dieser heutige Logbucheintrag ist ein ganz besonderer!! Ein Logbucheintrag, fernab von unserem Wohnzimmer in der Alten Försterei. Ein Logbucheintrag, von dem folgende Generationen U-Bootfahrer ihren Kindern, Enkeln, … erzählen werden. Mir als Leutnant zur See ist es eine absolute Ehre, diesen Logbucheintrag verfassen zu dürfen und somit das, was da passiert ist, als Schriftstück der Menschheit zur Verfügung stellen zu können. Ja was ist denn nun eigentlich passiert???

Alles begann am letzten Freitag (18.11.2022). Ich saß am PC und wollte ein paar Fotos bearbeiten. Es war gegen 1820. Mein Telefon vermeldete innerhalb kürzester Zeit 3 Whats-Apps. Diese waren vom Kaleu Christian, Obermaat Marian und Obermaat Stefan (Smutje) mit Bildern versehen. Bilder, die mir sehr vertraut schienen. Die ich jedoch zunächst nicht richtig einzuordnen wusste. Erst nach genauerer Betrachtung kam die Erleuchtung, warum mir die Bilder bekannt vorkamen: Im Normalfall findet freitags im Wirtshaus „Schwarzer Adler“ der Stammtisch des Sportzentrums Woringen statt. Da ich für Samstag einen Tisch gebucht hatte, fiel der Freitag für mich aus. Dachte ich. Denn die besagten Bilder stammten eindeutig vom „Alten Tresen“ im Adler. Mir schossen 1000 Gedanken durch den Kopf. Ich konnte das Alles nicht wirklich einordnen. Als auch meine Frau Gemahlin kopfschüttelnd ihr Nichtwissen signalisierte, sah ich keinen anderen Ausweg, als eine Inspektionsrunde durchzuführen. Da ich dem Braten jedoch nicht traute, verzichtete ich auf die Dienstuniform und machte mich auf den Weg. Ein erster Blick verriet mir, dass der Adler aus allen Nähten zu platzen drohte. Und schon erspähte ich die drei Marines. Natürlich mit unseren Dienstpullovern. Ich konnte es einfach nicht glauben. Fragte Gitti (Diensthabende Chefserviererin), ob ich mir einen Stuhl an den (eigentlich 2er-Tisch) stellen dürfe. Sie gab „Grünes Licht“ und ich war sprachlos. Natürlich zunächst eine herzliche Begrüßung. Und, ganz klar, der angemessene Tadel vom Kaleu bezüglich meiner Anzugsordnung. Zum Glück beließ es der Kaleu bei einer mündlichen Ermahnung. So nahm dann ein wundervoller Abend seinen Lauf! Mehr gehört hier aber nicht hin… Als dann der Abschied drohte, begleitete ich unsere Marines zum Gästehaus Susanne in Woringen, wo sie wundervolle Kojen beziehen konnten.

Am Samstag begab ich mich zu eben erwähnter Unterkunft. Die drei Helden waren gerade beim Frühstück. Anschließend Anzugsordnung herstellen (Melone, Pullover und Mantel), ab ins Auto und Ausflug nach Memmingen. Dort konnte ich an so manchem Ort als Stadtführer meine inzwischen erworbenen Kenntnisse in die Runde streuen. Die Marines staunten hier und da, was Memmingen so alles zu bieten hat. Aber irgendwann wurden wir alle fußlahm (wir sind halt Seefahrer, keine Mucker) und beschlossen den Rückweg. Ziel: Der „Schwarze Adler“ in Woringen… Ich wurde als Vorhut auserkoren und sollte für die hungrige Bande einen Tisch belagern. Was dem Käpten am Abend zuvor noch gelang, stellte sich für mich als zu große Aufgabe dar. Der Adler wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Lisa (Juniorchefin) bat mich, in einer halben Stunde wiederzukommen. Plan B musste her. Ab in die Tiefgarage. Ein Überbrückungsbier. Der Kaleu war sichtlich zufrieden, dass wenigstens das geklappt hatte. Punkt EIN Uhr Einkehr in besagter Lokalität. Es gab Schweinebraten mit Knödel. Befehl vom KaLeu: ALLE HABEN DIES ZU BESTELLEN!! Logo. War auch eine super Wahl! Hammer!!! Natürlich gab es auch etwas Bier und auch ein paar Obstler gehörten dazu. Da einer unserer Mannschaft etwas schwächelte, erklärte sich die absolut freundliche Bedienung bereit, ihn zu vertreten und trank seiner statt mit uns. Unglaublich!!! So cool!!! Nach Speis und Trank wurde beschlossen, etwas Mittagsruhe abzuhalten. Immerhin lag ja noch ein langer Abend vor uns.

Dieser begann 1900. Ich nun mit familiärer Verstärkung. Zusammen waren wir zählten wir sieben Personen. Diesmal kein Dienstbefehl bezüglich der Speisenauswahl. Jeder wählte ein Essen nach seinem Geschmack. Gegen 2200 verließen uns meine Familienmitglieder. Wir Marines nun wieder ganz unter uns. Nach kurzer Zeit gesellte sich Kessi (der Chef persönlich) zu uns. Bewaffnet mit einem Tablett voller Schnapsgläser. Er verteilte diese und bat uns zu kosten. Wir taten natürlich wie uns befohlen. Kennen wir ja vom U-Boot. Doch damit nicht genug. Wir sollten nun erschmecken (oder besser erraten), was wir da gerade unsere Kehlen haben runterlaufen lassen. Schnell herrschte Einigkeit darin, dass es auf gar keinen der Union-Vor-Rum war. Lediglich die Richtung war klar: Irgendein Kräuter. Kessi merkte unsere Unsicherheit und klärte auf, dass es sich um „Bärwurz“ handelte. Ok, da hätten wir lange raten können. Da wären wir nie drauf gekommen. Punkt 0000 oblag es meiner Organisation, dass ein jeder mit einem Glas OBSCHTLER bewaffnet war und wir gemeinsam auf meinen Geburtstag anstoßen konnten. Die Marinehaus-Marines hatten auch zwei Geschenke im Gepäck: Eine Flasche Tamnavulin und einen Union-Rucksack. Wahnsinn. Um es kurz zu machen, gegen 0130 strichen wir die Segel und taumelten in unsere Kojen.
Am nächsten Morgen besuchte ich die drei Helden noch beim Frühstück, ehe sie sich wieder auf den Heimweg machten. Kurzes Fazit: Die Überraschung ist echt gelungen. Ich hatte keine Ahnung, auch meine Frau war nicht involviert. Verrückt. Ich habe mich total gefreut!!! DANKE FÜR DIE SCHÖNEN STUNDEN!!!!
EISERN UNION

Hinrunden-Abschluss in Freiburg

LOGBUCHEINTRAG 2022-11-13

Bevor wir uns dem gestrigen Auswärtsspiel im wunderschönen Breisgau widmen, sei es dem Moderator gestattet, allen Marines vom U-1966 ein ganz dickes DANKESCHÖN für ein sensationelles Jahr 2022 zu sagen!!! Von der Admiralität, über unsere Führungsoffiziere, Obermaate, Seekadetten und natürlich unsere Maate. Nicht zu vergessen die ganzen ROT-WEISSEN-MATROSEN, die Woche für Woche, Spiel für Spiel alles raushauten, was möglich war. Und so erlebten wir ein fußballerisches Jahr, welches sich wie ein Traum darstellte. Ständig dieser Luxus, sich montags bei neidischen Kollegen rechtfertigen zu müssen, dass wir trotz Platz 1 noch lange nicht Deutscher Meister sind und jeden Punkt dankend mitnehmen im Kampfe gegen den Abstieg!!! Ja und die letzten 3 Spiele haben deutlich gezeigt, dass uns niemand etwas schenkt und jede kleinste Schwäche gnadenlos gegen uns ausgenutzt wird. Leverkusen brauchte ganze 30 Minuten für 5 Tore. Freiburg machte in 20 Minuten 3 Buden. Dazwischen lag das Heimspiel gegen den FC Augschburg. In diesem Spiel war durchaus etwas mehr drin. Aber egal, am Ende dieses wirklich kräfteraubenden Jahres 2022 stehen wir auf Platz 5 der Fußball-Bundesliga!!!! Es ist einfach sensationell. Und ja, uns fehlen „nur“ noch 13 Punkte zum Klassenerhalt. Das sollte uns doch in den noch ausstehenden 19 Spielen durchaus gelingen.
Nun aber zum letzten Punktspiel des Jahres 2022 im Breisgau. Es war kaum zu glauben: Kaleu Christian schmetterte um 0011 den Tagesbefehl auf die Matte. So wollten sich unsere Marines gestern in die Schlacht werfen:

Und dann nahm das Unheil auch schon seinen Lauf: Dennis Aytekin pfiff die Partie an. Unsere Marines natürlich allesamt wachsam auf ihren Posten. Da kam schon die erste Flanke der Freiburger. Gespielt 35 Sekunden. Aber Lenny in unserem Kasten war sofort zur Stelle. Das Spiel lief zunächst weiter. Einwurf Freiburg. Herr Aytekin unterbrach kurz. Dann wurde er vom VAR zum Monitor zitiert. Ja und Herr Aytekin, der uns in den letzten Spielen nicht ganz unwohl gesonnen war, entschied urplötzlich auf Elfmeter. Unsere Marines waren völlig verunsichert. Was war denn vorgefallen? Bei der Flanke des Freiburgers Ginter touchierte das Spielgerät wohl die Hand (Gottes…) Trimmis. Also sorry, bei allen Kameraeinstellungen überlegten unsere Marines, wo das ein Handspiel gewesen sein soll! Unfassbar. Und hier mal ganz ehrlich: Verglichen mit dem Handspiel bei der Charlottenburger Nachbarmannschaft, wo es keinen Elfer gab, war das ja allemal NIEMALS ein Strafstoß. Unsere Marines wollen hier keine grundsätzliche VAR-Diskussion entfachen. Immerhin haben wir es dieser Einrichtung zu verdanken, dass wir vor 3 Jahren gegen den VFB aus Stuttgart in der Relegation nach wenigen Minuten 0:1 hinten lagen. Aber hier nach nur wenigen Sekunden auf Elfmeter zu entscheiden, puh, das musste erstmal durch einen VOR-TOR-RUM verdaut werden.

Lenny hatte bei dem Elfmeter keine Chance. Aber was solls, weitermachen. Es waren ja noch mindestens 90 Minuten auf der Uhr. Dann kam die 6. Spielminute. Unsere Matrosen, vom frühen Rückstand gerade erholt, spielten im Mittelfeld einen katastrophalen Pass. Alles Weitere war dann nicht mehr zu verteidigen. Peng, puff, 2:0. Achherrje. Wattn nu? Wie würde Admiral Urs reagieren? Aber absolut keine Panik galt fortan der gesamten Besatzung. Immer weitermachen!! Und schon gab es in der 8. Minute Strafstoß für unsere EISERNEN!! Nach einem Tritt gegen Sherry war Herr Aytekin diesmal blitzeschnell auf unserer Seite. Robin trat an. Sein sehr platzierter Schuss war leider zu platziert und klatschte gegen den Pfosten. Nur 10 Minuten später der nächste Elfmeter. Ja was war denn da los? Ok, Elfer unstrittig! Aber dann auch noch glatt ROT gegen Diogo? Ach du Himmel. Musste denn diese Doppelbestrafung wirklich sein? Also kurzum, nach 20 Minuten lagen wir aussichtslos 0:3 hinten, spielten die nächsten 70 Minuten mit einem Matrosen weniger. Was war zu tun? Auf dem Rasen merkten wir unseren Mannen die Verunsicherung an. Und als dann in der 45. Minute auch noch das 4:0 fiel, war allen klar, dass das Motto für Halbzeit 2 nur noch Schadensbegrenzung heißen kann. Halbzeit. Zum Glück.
Die 2. Halbzeit ist hier recht schnell umschrieben: Von Wechseln geprägt, die Freiburger verwalteten den sicheren Vorsprung, unsere Jungens ließen hinten nicht mehr viel zu und bekamen in der 84. Minute noch einen Elfmeter. Svenne verwandelte. Aber so richtig Spannung wollte nicht mehr keimen. Und so pfiff Schiedsrichter Aytekin dann zum Glück irgendwann ab.
Fazit zum Spiel: Musste der VAR da nach 30 Sekunden eingreifen? War das wirklich eine KLARE FEHLENTSCHEIDUNG? Wir hier sind uns hier absolut sicher: NEIN!!!!!! Das 2:0 war ein geiler Konter. Schönes Tor! Anerkennung SCF. Beim 3:0 ROT für Diogo? Wirklich? Ja nun, es ist wie es ist! Alles Weitere ist schon in der Einleitung beschrieben.
Nun heißt es erstmal durchatmen. Unser nächstes Highlight lässt nicht lange auf sich warten: Während unsere Kicker im WOHLVERDIENTEN URLAUB sind, steht bereits am 01.12.2022 der nächste Stammtisch unserer Marines an. Von diesem wird es wohl einen nächsten LOGBUCHEINTRAG geben…
EISERN UNION

„Winterschlaf“ in der Europa-League, heutiges Punktspiel in „Vizekusen“

LOGBUCHEINTRAG 2022-11-06

Noch immer völlig siegestrunken nach dem Weiterkommen in der Europa-League ging es nun heute nach Leverkusen. Die Konstellation vor dem Spiel liest sich noch immer unglaublich: Mit einem Auswärtssieg würden wir die Tabellenführung zurückerobern, ein Unentschieden, ja selbst eine Niederlage würden Rang 2 (bzw.3, je nachdem wie Freiburg gegen den EFFZEH spielen würde) in der Tabelle nach dem 13. Spieltag bedeuten. Alles irgendwie ungreifbar! Nach dem sensationellen Auftritt unserer Mannen im belgischen Gilloises stand nun heute das Gastspiel in NRW bei den „Pillendrehern“ aus Leverkusen auf dem Programm. Im Vorfeld war klar, dass Freddy passen muss. Für ihn würde Lenny das Tür hüten. Auch András stand nicht im Kader. Aber nach dem Auftritt in Belgien war klar, dass Lenny mehr als nur ein „Ersatz“ sein würde. Und unser Mittelfeld ist derzeit so stark besetzt, dass András´ Ausfall ebenso kompensiert werden können. Also wie immer das „Motto des Tages“: Alles kann – Nichts Muss!! Unser Kaleu erließ folgenden Tagesbefehl:

Anstoß in der Bay-Arena war um 1530. Schiedsrichter der Partie Robert Schröder. In den ersten 45 Minuten neutralisierten sich beide Teams weitestgehend im Mittelfeld. Bis auf einen Schuss auf unser Tor und einem Kopfball von Diogo waren die beiden Keeper beschäftigungslos.
Weiter ging es um 1633. Und es gab auch gleich einen Eckball für die Leverkusener. Ausgerechnet Robert, der Ex-Unioner hielt seinen Fuß hin und es stand 1:0. Was dann passierte, bedarf hier keiner künstlich erzeugten Spannung:
– 56. Minute 2:0
– 58. Minute 3:0
– 68. Minute 4:0
– 76. Minute 5:0.
Wir hatten in den zuvor gespielten 12 Partien ganze 10 Gegentore kassiert. Und nun in 30 Minuten gleich 5. Das muss erst einmal verdaut werden. Bescheiden im Sieg, aufrecht in der Niederlage. Ich denke, dass wir am Mittwoch um 2030 gegen die Augschburger eine andere UNION-ELF sehen werden. EISERN UNION
Und so sah es in den Wohnzimmern unserer Marines aus:

Eisernes Überwintern in der Europa-League

LOGBUCHEINTRAG 2022-11-03

Es ist einfach nicht in Worte zu kleiden, was da gestern gegen 2250 abging. Nach 4 Siegen (allesamt 1:0) nacheinander stehen unsere EISERNEN FUSSBALLGÖTTER auf Rang 2 der Tabelle der Europa-League. Damit überwintern sie in selbiger. Das hat zur Konsequenz, dass sie am Montag (07.11.2022) in der Lostrommel dabei sind, wenn die anstehenden Paarungen für die EUROPA-LEAGUE-PLAYY-OFFS (16.02.2023 und 23.02.2023) ermittelt werden. Und wer weiß, wen es dann in unser geliebtes Wohnzimmer verschlagen wird. Namhafte Teams sind ja schon dabei (Ajax, Barca, Juve,…) . Aber abwarten und Rum trinken. Denn nun immer schön der Reihe nach:
5 Spieltage waren in der Europa-League bis gestern 2100 gespielt. Erinnern wir uns kurz. Spieltag 1 daheim gegen Saint-Gilloise. 0:1 verloren. In Braga (Spieltag 2) 0:1 verloren. Ganz ehrlich, nur kühnste Optimisten gaben da noch einen Cent auf unsere Mannschaft. Dann jedoch kam die Wende in Malmö. 1:0 Sieg an Spieltag 3. Weiter ging es am 4. Spieltag. Wieder mit einem 1:0 gegen Malmö. Diesmal vor ausverkaufter Försterei. Ein wenig Hoffnung keimte. Am 5. Spieltag kam es abermals vor heimischer Kulisse zum Rückspiel gegen Braga. Robin verwandelte einen Handelfmeter zum 1:0. Wieder gewonnen. Und plötzlich standen wir auf dem 2. Tabellenplatz. Wir hatten es also gestern selbst in der Hand, mit einem Sieg in Belgien in der Europa-League zu überwintern. Denn auf Malmö (auswärts in Braga) sollten wir uns nicht verlassen. In den frühen Morgenstunden gab dann Kaleu Christian folgenden Einsatzbefehl bekannt:

Zugegeben, unsere Marines waren schon ein wenig irritiert. So befahl der Kaleu irgendwelche positiven Impulse mittels Telepathie. Dazu ziegengaffende Männer. Ganz zu schweigen von Gedankenlösung von Raum und Zeit. Es dauerte schon eine ganze Weile, ehe unsere wackeren Marines jedes geschriebene (und damit befohlene) Wort geistig verarbeiten und letztlich auch verinnerlichen konnten. Ganz anders hingegen unsere 11 Kicker. Diese waren vom Anpfiff an hellwach! Doch dazu gleich mehr. Zurück zum Tagesbefehl: Darin hieß es weiterhin: „Im Vorfeld der Gedankenübertragung werden wir diverse konzentrationsstärkende Mittel zu uns nehmen.“ An dieser Stelle muss wohl nicht explizit erwähnt werden, dass unsere Crew diesen Passus natürlich sofort verstand und sich ab 1800 an die Umsetzung machte. Und vielleicht konnte der Kaleu das mit der Telepathie dann doch noch einmal etwas vertiefen.. Selbst der Augschburger General Seckler von der 1966-Panzerdivision, getarnt als IM Augschburg vom Ministerium für Staatssicherheit, war nicht nur telepathisch anwesend.

Soweit zu den Vorbereitungen. Alle Marines waren hochmotiviert. Und natürlich konzentriert. Gleiches galt für die Rot-Weiße-Startformation. Nachdem der Ball in den ersten Minuten hin und her ging, kullerte er bereits nach 6 Minuten in das Tor der Gastgeber. Was war passiert? Trimmis Kopfball landete bei Genki, dieser spielte weiter auf Sherry. Seine butterweiche Flanke war offensichtlich zu lang. Aber nicht für Svenne. Der schaltete den Weitspringer-Modus (Zitat vom Union-Liveticker) an und irgendwie erwischte er den Ball mit dem großen Zeh. Der Torwart kam nicht mehr ran Wir führten 1:0!!! Grenzenloser Jubel unserer Mannschaft, im Hauptquartier, an der Iller und auch in Augschburg. Weiter so!!! Dieses Tor war so was von wichtig.
Warum es in der 9. Minute Gelb für Sherry gab, das wird wohl ewig das Geheimnis des Schiedsrichters bleiben. In der 14. Minute schraubte sich Danilho in den nasskalten belgischen Abendhimmel. Nach einer Trimmi-Ecke kam er zum Kopfball. Leider ging der Ball über das Tor. Bis zur Pause gab es nur noch wenige gefährliche Torsituationen. Unsere Abwehrrecken waren stets zur Stelle. Nach einer Minute Nachspielzeit bat der Schiedsrichter die Mannschaften in die Kabinen.
Bitter dann, dass Freddy verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Lenny in die Partie. Wir alle drückten ihm (natürlich per Telepathie) sowas von alle Daumen für diesen Einsatz. In Minute gab es Freistoß für unsere Matrosen. Trimmi hatte jedoch das falsche (oder zu wenig) Zielwasser getrunken. Der Ball ging zwar über die Mauer, aber eben auch über das Tor. Vier Minuten später konnte Lenny all sein Können aufblitzen lassen. Nach einer Volleyabnahme tauchte er ab und war rechtzeitig im kurzen Eck. Klasse!
In der 61. Minute hatte Sherry das 0:2 auf den Füßen. Aber der Torhüter konnte im allerletzten Moment die Hände hochreißen. Verdammt. Die letzten 30 Minuten hätten deutlich entspannter werden können. So aber blieb es bei der knappen Führung. Inzwischen führte Braga mit 2:0 gegen Malmö. Also keine schwedische Schützenhilfe. Dreifachwechsel eine Minute später: András für Genki, Morten für Janik und Bere für Svenne. Fortan hatten die Belgier das Spiel unter Kontrolle. Aber wenn unsere Götter eines richtig gut können, dann ist das Verteidigen!!! Dennoch flehten sie um ein paar Entlastungsangriffe. In einem späteren Interview verriet Rani, dass die Jungs platt waren. Wer will es ihnen auch verdenken?
In der 87. Minute versuchte es Sherry. Der Ball schlug neben dem Tor ein. Immerhin mal wieder ein Abschluss und alles Zeit, die durch die Sanduhr sickerte. In der 88. Minute war es dann an Robin, den sehr knappen Vorsprung zu sichern. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit wechselte Admiral Urs Jamie ein. Ein völlig geschaffter Sherry verließ den Platz. Es passierte dann auch in der 3-minütigen Nachspielzeit nichts mehr. Abpfiff und grenzenloser Jubel in der gesamten Republik. Wie es im Marinestützpunkt zuging, wird auf den folgenden Fotos deutlich.

Der Wahnsinn geht weiter

LOGBUCHEINTRAG 2022-10-30

Am heutigen Tage überschlugen sich alle Ereignisse. Der Schreiber dieses Logbucheintrages versucht alles in seiner Macht stehende, diesen WAHNSINNSTAG chronologisch zu sortieren und alles bestmöglichst irgendwie in Worte zu kleiden. Eine absolute Herkulesaufgabe. Ob es am Ende funktioniert hat, entscheidet einzig und allein der Kaleu! Na jut, maximal noch Admiral Fischer. Aber selbiger wird nach dem heutigen Spiel froh sein, nach einem Gläschen Rotwein siegestaumelnd in seine Koje zu verschwinden. So, nun also alle Brillen jeputzt und absolute Aufmerksamkeit beim Lesen der folgenden Zeilen:
Samstag, 29.10.2022. 2234!!!! Mitten in der Nacht! Längst war die fällige Nachtruhe befohlen, als unser immer wackerer Kaleu den Tagesbefehl für das Gladbachspiel in die Runde warf! Als die Marines am nächsten Morgen nach dem Frühsport (Sportzeug kurz! Und das Ende Oktober! Kaum zu glauben!) den Befehl entgegennahmen, herrschte zunächst etwas Ratlosigkeit:
– Wird der „Alte“ (in diesem Falle ist der Kaleu gemeint) langsam senil?
– Warum schreibt er tief in der Nacht den Befehl?
– War da etwa Alkohol im Spiel?
Selbst Herr Leutnant war etwas unsicher. Doch nach einem Telefonat war schnell klar, dass unser Kaleu in einfach unglaublicher Voraussicht diesen Befehl des Nachtens verfasste, um am „Tage X“ von der ersten Sekunde an toppfit zu sein und dann in jeder einzelnen Sekunde volle Kampfeskraft den Fohlen aus Mönchengladbach entgegenzuwerfen! Ein absolutes Musterbeispiel unser Kaleu. Diese Weitsicht! Während die Marines im Schlaf der Gerechten auf den Kopfkissen so manch wahnsinnigen Träumen wie Meisterschale ausgeliefert waren, bastelte Herr Kaleu am Einsatzplan. Und so sah er dann am Ende aus:

Natürlich war nun jedem einzelnen Marine klar, was er fortan zu tun hatte, um mit einem Sieg gegen die Mannen aus Gladbach die Tabellenführung zurückzuerobern! Das muss man sich vorstellen, in unserer vierten Bundesligasaison reden wir hier von der Rückeroberung der Tabellenführung gegen keinen geringeren als Borussia Mönchengladbach!!! Und das am 12. Spieltag! Werden wir doch alle langsam seekrank und drehen durch??? Haben Orkan und Skorbut doch Wirkungen hinterlassen?
Kaleu Christian fasste die Anreise wie folgt zusammen:
Als Kaleu hat man Verantwortung und noch schlimmer man muss immer Vorbild sein. Sonntag Mittag ging der Kaleu zur planmäßigen Abfahrt S-Zeuthen mit Dienstuniform, Ausweispapieren, Trinkgeld-vorsortiert, Hausschlüssel, Eintrittskarte, Flasche Whisky (hat Coe 2.0 bei mir bestellt), Unionschal nicht vergessen. Auf Bahnsteig sind komische Leute, so mit Masken – au Sch…, Maske vergessen. Da kam die volle Vorbildwirkung zum Einsatz. Wieder zurück und Maske geholt in Rekordzeit. S-Bahn trotzdem nicht erreicht. Dafür Bild von lustigen Trinkern im Coe 2.0 (Sam, Christian, Tilo usw.) erhalten. Super. Na gut – eben eine Bahn später. Alles planmäßig. Ankunft im Coe 2.0… 1310. Statt Weizen ein Pils bekommen – auch egal. Erst ein Pils, dann noch ein Weizen mit erhöhter Geschwindigkeit. Welt wieder in Ordnung. dazu erste Kontakte mit feuchtfröhlichen Gladbachern, die Christian mitgebracht hat. Alles freundliche Leute, die gerne ihre Punkte in der AF lassen, um die Bayern auf Abstand zu halten. Unsere Feindfahrt war somit erstmal gescheitert. Weg zum Stadion am Zugang Gästeblock vorbei mit ebenso friedliebenden Gladbachern gesäumt. Touch Downs. Wir freuten uns auf ein schönes Spiel unter ehrlichen Fußballfans. Vorgeplänkel wie immer.
Soweit die Vorbereitungen im Coe. Seekadett Nussmann meldete Observation an der Ostseeküste als erfolgreich! Keinerlei feindliche Aktivitäten. Obermaat Marian war für die Sicherung der Südflanke eingeteilt. Und Smutje Stefan hatte abermals Küchendienst im Hauptquartier. Hier sollte sich die Besatzung mal ernsthaft Gedanken über eine Versetzung machen. Zumindest temporär bei einem Heimspiel. Ja und schließlich bliebe noch General Seckler von der 1966-Panzerdivision Stützpunkt Augschburg. Hier nun ein paar fotodokumentarische Hinterlassenschaften:

Bliebe noch der Herr Leutnant. Sein heutiger Einsatz gestaltete sich deutlich schwieriger als erwartet! Seine Aufgabe war eigentlich recht simpel: Sicherung der Illerschleife. Eigentlich Routine. Was so lapidar klinkt, ist aber nicht immer gar nicht so einfach! Abermals als Familienausflug getarnt, musste unser Leutnant feindliche Aktivitäten rund um den Grünten überwachen! Und das war verdammt wichtig!!! Einzig der Umsichtigkeit unseres Leutnants ist es zu verdanken, dass von der Iller her nichts Dramatisches passierte. Sein Problem nur, dass er mit dieser Aufgabe ein extrem hohes Maß an Verantwortung mit sich trug. Denn vom „Wächter des Allgäus“ (so wird der Grünten im Volksmunde genannt) glaubte er, feindliche Zusammenrottungen auszumachen. Und zwar genau an der „Neumayr Hütte“. Ohne jetzt strategische Interna zu verraten, aber wenn es rund um besagte Hütte brodelt, dann droht wirkliche Gefahr! Und sehr wahrscheinlich spürten das die Matrosen um Admiral Fischer! Denn die Borussia aus Gladbach führte zur Halbzeit mit 1:0. Doch dazu später mehr. Zurück zur Hütte. Familie Leutnant also strammen Schrittes vom Jägerdenkmal zur Hütte. Schnell war das Problem ausgemacht: Es standen lediglich zwei Damen als Bedienung zur Verfügung. Da war natürlich Stress vorprogrammiert. Und in dieser Phase muss auch das Tor in der Alten Försterei gefallen sein. Jedenfalls konnte Familie Leutnant die Situation entschärfen, gab „GRÜNES LICHT“ zum Kaleu und konnte erstmal ein leckeres Engelbräu genießen. Dazu einen Wurst-Käseteller… Leutnant Seku war sichtlich zufrieden. Auch wenn die zeitliche Gesamtsituation ein heimisches Fußballkieken nicht mehr zuließen. Aber im Tagesbefehl hieß es ganz eindeutig: „Order ist Order! Befehl ist Befehl! Schnaps ist Schnaps!“ Daran hielt sich der Leutnant. So sah es dann rund um den Brandherd im Oberallgäu aus:

Nun aber zum eigentlichen Geschehen im Stadion An der Alten Försterei: Schiedsrichter Harm Osmers pfiff die Partie pünktlichst um 1530 an. Unsere Mannschaft begann zunächst druckvoll. Prompt folgte die erste Großchance für unsere Mannen. Flanke von Julian, Janik zieht sofort ab. Traf aber leider nur den gegnerischen Verteidiger. Mist. Bis zur 23. Minute taten unsere Gäste recht wenig in Sachen Offensive. Dann bekamen sie einen Freistoß zugesprochen. Plea zirkelt den Ball über die Mauer hinweg Richtung Dreiangel. Aber Freddy segelte durch die Berliner Nachmittagsluft und faustete das Leder zur Ecke. In der 29. Minute dann das 1:0 für unsere Jungs! Rani fällt der Ball vor die Füße. Seinen Schuss fälschte Sherry dann noch unhaltbar ab. Riesen Stimmung in der Försterei! Doch dann der Schock. Der VAR prüfte das Tor und entschied auf Handspiel unseres Toppstürmers. Ach nö, watt ne Schei… Aber Mund abputzen und weitermachen! In der 33. Minute Ecke Gladbach. Kopfball Elvedi. Tor. 0:1. Na dufte. Konnte ja nicht anders sein. Und nur vier Zeigerumdrehungen weiter beinahe das 0:2. Das wäre dann ja das i-Tüpfelchen. Aber der Kopfball landete zum Glück auf dem Tordach. Puh. Durchatmen. Bis zur Halbzeit passierte dann nur noch sehr wenig. Mit leicht hängenden Köpfen schlichen unsere Götter in die Katakomben.
Um 1633 ging es weiter. Unsere Mannschaft zunächst unverändert. Auch der Borussen-Coach sah noch keinen Grund zum Wechsel. Warum auch? Immerhin führte der Tabellenzehnte beim Spitzenreiter. Auch wenn unsere Unioner zu diesem Zeitpunkt „nur noch“ Zweiter waren… Einfach irre diese Konstellation. Zunächst war nicht viel los auf dem Rasen. Gladbach tat nicht viel nach vorn, wollte die Hausherren ganz offensichtlich locken. Dreifachwechsel der Eisernen in Minute 59: Svenne für Jordy, Trimmi für Tymek und Genki für Andras. Tohuwabohu im Fohlenstrafraum in der 67. Spielminute: Zunächst Sherry per Hinterkopf (war wohl Abseits?), Trimmi flankte, totale Unruhe. Schließlich kam Jule zum Abschluss. Aber Marv konnte klären. Menschenskinder, hätte er da nicht einfach den Ball vorbeilassen können? So als Fußballgott? Nun, weiter ging es. In der 74. Minute Doppelwechsel durch unseren Admiral. Jamie für Janik und Behre für Becks. Noch blieb ja ein Viertelstündchen. 2 Minuten später zimmerte Svenne die Kugel auf das Tor der Gladbacher, jedoch nicht präzise genug. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Spielanteile ganz klar an unsere Mannschaft. Nur ein klitzekleines Törchen fehlte. Das änderte sich in der 79. Minute. Diogo im Mittelfeld. Suchte einen Anspielpartner. Da sich niemand fand, schlug er den Ball in den Strafraum. Behre geht mit allem rein was er zur Verfügung hat und köpfte den Ausgleich. Nebenbei hatte er noch die Faust von Sippel mitten im Gesicht. Aber das störte diesen Typen nicht die Bohne! Einfach aufstehen und weitermachen. Wahnsinn der Mann!!! Und dann kam die 86. Minute: Jule mit dem langen Ball von links und Trimmi nickte ein. Die Försterei stand Kopf! Spiel gedreht! 2:1 und nur noch wenige Minuten zu spielen. Aber Pustekuchen. Scheinbar lag eine Abseitsstellung vor, sodass der Treffer aberkannt wurde. Unglaublich. Aber es gab weitere 6 Minuten obendrauf. Dann die letzte Ecke des Spieles. Kurzer Ball auf Jamie. Er schlenzte den Ball in den Strafraum. Danhilo kam angerauscht und wuchtete selbigen in das Netz. Was danach abging, das kann hier nicht in Worte gefasst werden. Jedenfalls wurde das Spiel nicht mehr angepfiffen und wir standen wieder auf Platz 1 der Bundesliga. Es ist einfach unheimlich, unfassbar, unbeschreiblich, un….

Fazit: Auf das Flottenkommando und die gesamte Crew war absolut Verlass. Ein jeder ging über sich hinaus! Ob ganz hoch oben im Norden, oder aber knapp 1000km entfernt im Oberallgäu, oder aber Ehrentribüne, Sektor 2, Sektor 3, Kombüse oder in Marienfelde. Und natürlich die Protagonisten auf dem heiligen Geläuf. Ein sensationeller und vor allem denkwürdiger Fußballnachmittag. Und wir stehen wieder JANZ WEIT OBEN!!!! Kaleu Christian fasste den restlichen Abend gewohnt knapp, dafür sehr präzise zusammen:
Rückweg zum Coe 2.0. Abklatschen mit Gladbachern, die uns das alles von ganzem Herzen gönnen. Unglaublich! Durstige Gladbacher in unsere Kneipe entführt und Sieg mit diversen Bieren und Pfeffis gefeiert. Die Gladbacher kamen aus irgendeinem Dorf (450 EW) in Bodenseenähe und wie nicht anders zu erwarten: Meckatzerfans! Verbrüderung und Treffen zum Frühlingsfest vorgemerkt. So ging der Abend dann wieder etwas länger und ich habe trotzdem arbeitsbedingt die Kurve rechtzeitig bekommen. So war ich total glücklich 23 Uhr zu Hause und um die Erfahrung reicher: Alle Bundesligavereine, fast alle, gönnen dem FCU die Tabellenführung und geben gerne ihre Punkte ab, nur um die erneute Bayerndominanz zu durchbrechen. Also wurde aus der Feindfahrt eher eine Flottenübung! U.N.V.E.U.
Der Knappheit seiner Ausführungen kann entnommen werden, dass er gedanklich schon am Dienstplan für das schwierige Donnerstagspiel grübelt. Hier nun noch ein paar fotographische Ergänzungen:

DFB-Pokal Runde 2 gegen Heidenheim

LOGBUCHEINTRAG 2022-10-19

Bereits vor dem Pokalspiel stand fest, dass wir am heutigen Abend im Spiel gegen Heidenheim nicht auf Marc Schnatterer treffen werden. Dieser Typ hatte uns in einigen Spielen ziemlich die Nerven geraubt. Und er hatte einst in einem Interview recht deutliche Worte gegen unseren Verein in die Welt gesetzt. Sollte er nun zu Beginn der Partie in Mannheim sitzen und seinen ehemaligen Mitspielern die Daumen drücken. Das war uns doch Wurscht… Wir hatten eigene Probleme. Zunächst vermeldete Kaleu Christian, dass alle geplanten Aktivitäten im Flottenstützpunkt Marinehaus abgesagt wurden. Folgende Situationen ließen ihm keine andere Wahl: Maat Tilo vermeldete, dass er zwar im Stadion zugegen sei, aber noch immer nicht über 100%-ige Schlagkraft verfüge. Maat Christian gab leider im Vorfeld sein Ticket weiter. In der guten Hoffnung auf einen gemeinsamen Marines-Abend im Hauptquartier. Seekadett Nussmann meldete heute absolute Dienstunfähigkeit und verblieb im Prenzl-Berg-Lazarett. Leutnant Seku ging es zwar etwas besser, hielt aber tapfer mit skygo Stellung im Hotel Albertin in Berlin-Weißensee. Unser Kaleu brachte trotz dieser Dezimierungen folgenden Tagesbefehl in die Runde:

Was für ein Stratege unser Kaleu! Denn in chiffrierten Telefonaten mit dem Kaleu stand fest, dass Leutnant Seku noch immer in Berlin bleiben wird und erst morgen nach dem Spiel die weite Reise zum Illerstützpunkt antreten werden würde. Also beide ranghöchsten Offiziere in unmittelbarer Nähe des Gefechts. Was sollte da noch schiefgehen? Dennoch ruhten unsere Hoffnung heute noch etwas mehr als üblich bei Admiral Fischer und Vizeadmiral Ruhnert.
Dann ging es auch schon los. Anstoß für das Pokalspiel um 2045. Schiedsrichter Florian Badstübner pfiff die Partie an. Unsere Jungens spielten zunächst Richtung Wuhle. Also ein gutes Omen! Vor (natürlich) ausverkauftem Haus begann unsere Mannschaft ganz im Stile einer Spitzenmannschaft. Die Gäste standen recht tief und ließen die Hausherren ersteinmal kommen. Schon nach nur 7 gespielten Minuten geriet der Matchplan der Heidenheimer mächtig ins Wanken: Sherry Doppelpass mit Jule, mustergültige Flanke auf den 2. Pfosten. Da kam Tymek anmarschiert und zimmerte die Kugel in die Maschen. Respekt für die Volleyabnahme, den macht nicht jeder!!! Also der Auftakt war schon mal super. Bis zur 16. Minute ganz klare Spielkontrolle unsererseits. Dann ein erster scharfer Schuss unserer Gäste, der geblockt werden konnte. Den Abpraller nimmt Geipl direkt, aber Lenny´s linker Arm war biltzschnell zur Stelle. Die folgende Ecke köpfte Sven dann weit weg von unserem Strafraum. Kurzes Durchatmen in der 26. Minute. Ecke für Heidenheim. Halbhoch in den Strafraum. Aber kein Mensch will die Kugel haben. So strauchelte sie still und leise am Pfosten vorbei ins Toraus. Das war ja noch einmal gutgegangen! In Minute 30 mal wieder ein Angriff unserer Jungens. Danilho schraubt sich hoch und köpft leider über das Tor. Verdammt. Nur eine Zeigerumdrehung weiter: Ecke, Ball auf Diogo. Strammer Schuss auf den ersten Pfosten. Aber irgendwie reagiert der Keeper sensationell und wir bleiben beim 1:0. Weitere Chancen von Diogo, Sven und Sherry (per Kopf) versandeten dann leider im Nirvana. So ging es mit 1:0 in die Kabinen.
Kurzes Fazit: Wir waren ganz klar das bessere Team. Mit deutlich mehr Ballbesitz, mit den besseren Chancen. Mit einem Törchen mehr hätten wir deutlich entspannter den Pausentee genießen können.
Weiter ging es um 2147. Nach nur 2 Minuten erobert Segu den Ball und startet direkt durch. Pass auf Sherry, der den Ball in die lange Ecke einschieben will. Aber der Heidenheimer Keeper war auf dem Posten. Das musste doch das 2:0 gewesen sein. Ärgerlich!! Dann in Minute 52 die Erlösung: Kopfball Svenne. Über den Torwart hinweg schlug das Spielgerät im der Tor der Gäste ein. Kollektive Erleichterung! Nach mehreren Wechseln der Heidenheimer nehmen sie nun doch auch etwas verstärkt am Spiel teil. Und da die Crew um Admiral Fischer einen Gang runterschaltete, ist der Drops noch lange nicht gelutscht. Also weiter höchste Konzentration!!! Besagter Admiral entging diese Tatsache natürlich auch nicht. Dafür steht ja da an der Seitenlinie… Also wechselte er ebenfalls. Zunächst Tim für Sherry, dann Niko für Tymek, Genki für András. Und nun ging das Spielgeschehen wieder deutlich in Richtung Heidenheimer Tor. Es ergaben sich wieder Chancen im (naja fast) Minutentakt. Ob Niko, oder Svenne, die Chancen zum 3:0 waren da, wurden aber leider nicht genutzt. Weitere Wechsel kurz vor Spielende: Behre für Svenne und Morten für Janik. Besagter Behre in der 89. Minute mit der RIESENCHANCE, den Deckel endgültig draufzumachen. Zugegeben, der Heidenheimer Keeper erwischte einen sensationellen Abend. Respekt, tolle Leistung. Um 2235 pfiff der gute Schiedsrichter diese Partie ab.
Es ist kaum in Worte zu kleiden, was da in Köpenick gerade abgeht. Nach 10 Spieltagen in der Bundesliga ganz oben mit 23 Punkten. Europäisches Überwintern, im DFB-Pokal im Achtelfinale. Ich sag mal so, es gab schon durchaus schwierigere Zeiten…
EISERN UNION