Archiv der Kategorie: Das Jahr 2022

Derbytime in Woringen

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen“. So, oder so in etwa, äußerte sich vor vielen Jahren ein sehr weiser Mensch. Wer es auch immer gewesen sein mag, kann hier in diesem U-Bootforum nicht geklärt werden. Doch in dem nun folgenden Block geht es auch gar nicht um die Klärung dieser Frage, es geht viel mehr darum, dass unser Leutnant Seku am Mittwoch sich auf fremden „Terrain“ aufhielt. Natürlich in Abstimmung mit unserem Kaleu.
Zur Sache. Coronabedingt wurde das für den 27.02.2022 angesetzte HEIMSPIEL der TV Woringen gegen die SV Lachen auf Mittwoch, 27.04.2022, verlegt. Unser Leutnant stellte fristgerecht den Antrag beim Kaleu auf außerplanmäßigen Ausgang. Dieser wurde gewährt und Leutnant Seku begab sich rechtzeitig zum Schauplatz des Geschehens. Dort musste er so ca. eine Viertelstunde vor Anpfiff feststellen, dass es auf der Tribüne jede Menge freie Plätze gab. Er war doch ein wenig verunsichert. Denn in unserer allseits geliebten „Alten Försterei“ sieht es 15 Minuten vor Anstoß ja immer etwas anders aus.
Ein wenig Ablenkung verschaffte ihm die Tatsache, dass es in der Tat am Bierstand Meckatzer gab!!! Nun ja, nicht vom Fass, sondern ganz profan aus der Flasche. Aber egal, Meckatzer Weißgold war schon mal da! Unser Leutnant inspizierte nun weiter die Örtlichkeit. Und wen traf er auf seiner Kontrollrunde? Den Manne! Manne ist Chef des Sportamtes in Memmingen. Also ein unmittelbarer Kollege von Leutnant Seku. Ein super sympathischer Mensch!!!! Und Vorstandsvorsitzender des Woringer Fußballclubs. Manne, „bewaffnet“ mit Schürze und Grillzange, war an diesem denkwürdigen Abend für das leibliche Wohl aller Zuschauer verantwortlich! Also sowohl für die heimischen Ultras, als auch für die zahlreich aus Lachen (ca. 6km) angereisten Auswärtsfans. Summa summarum schätzte unser Leutnant an die 100 Zuschauer.
Anstoß war dann um 1830. Das Spiel war immens wichtig für die Woringer. Nur ein Sieg konnte helfen, etwas Luft im Abstiegskampf in der Kreisklasse Allgäu 1 zu schöpfen. Leutnant Seku, inzwischen mit Bratwurst und Meckatzer beschäftigt, war doch sehr überrascht ob des guten Niveaus dieses Spieles in den Anfangsminuten! Es gab zwar sehr wenig Abschlüsse, aber es ging sehr fair zur Sache und beide Teams waren bemüht, schnellst möglichst den Führungstreffer zu erzielen. Und das gelang dann leider den Lachener Gästen in Spielminute 39. Danach passierte nicht mehr viel. Woringen war offensichtlich geschockt, Lachen wollte das Ergebnis in die Kabine retten. Halbzeit.
Der in den ersten 45 Minuten sehr souveräne Schiedsrichter bat beide Mannschaften um 1942 auf den heiligen grünen Woringer Rasen. Was auch immer die Trainer beider Teams ihren Mannen mit auf den Weg gegeben hatten, die TV Woringen kam total motiviert aus den Katakomben! Bis zur 60. Minute war von den Lachener absolut nix zu sehen! In der 68. Minute dann auch völlig verdient der Ausgleich durch den Tobler Andy. Per Kopf versenkte er die Kugel im Netz der Lachener. Leutnant Seku war hellauf begeistert und besorgte sich abermals das „Herrengedeck“. Also Weißgold und Bratwurst. Nun, es gab keine Bierdusche, aber alle Zuschauer waren einer Meinung: Absolut verdient!! Aber zu spielen waren ja noch 22 Minuten. Die Gäste waren scheinbar mit diesem einen Pünktchen sehr zufrieden. Da kam nix mehr! Und folgerichtig traf wieder der Tobler Andy. Diesmal dropkick ins lange Eck. Total genial dieser Treffer!
In der restlichen Spielzeit gab es von den Gästen kein Aufbäumen mehr. Die Woringer „schaukelten“ das Spiel nach Hause. Ganz wichtige drei Punkte im Abstiegskampf. Unser Leutnant Seku verabschiedete sich von Manne. Mit dem Versprechen, am kommenden Sonntag wieder vor Ort zu sein. Dann geht es gegen den TSV Altusried. In der Tabelle Platz vier! Das wird kein Selbstläufer! Aber mit Leutnant Seku auf der Tribüne rechnet sich Vorstandschef Manne doch etwas aus!
EISERN UNION

Logbucheintrag 2022-04-30

Und wieder in Salzburg Nord

Drei Tage nach dieser schmerzlichen Niederlage im DFB-Pokal mussten unsere Götter wieder in Leipzig antreten. Diesmal ging es um drei Punkte in der Bundesliga. Anstoß zu dieser Partie war am 24.04.2022 um 1530.
Bereits nach zwei Minuten hatte Taiwo die erste Chance mit seinem Köpfchen. Das war es dann auch schon für sehr lange Zeit. Taktik auf beiden Seiten prägten die folgenden Minuten. In der 38. Minute dann eine gute Gelegenheit für die Köpenicker: Sheraldo´s Zuckerpass konnte Trimbo leider nicht erfolgreich verwerten. Auch Grisha blieb leider das Glück verwehrt (Minute 45). Und praktisch mit dem Halbzeitpfiff zimmerte unser Kapitän das Leder gegen die Latte. Ein furioses Finale der 1. Halbzeit. Leider erfolglos.
Schiedsrichter Schlager bat dann die Protagonisten wieder auf das grüne Geläuf. Unsere Mannen waren offensichtlich noch gedanklich bei der Ansprache ihres Trainers, als es in unserem Gehäuse klingelte. Dieses Tor tat unserem Spiel sehr weh. Die Gastgeber dominierten fortan das Geschehen. Bis zu Minute 59. Gießelmann wird im Strafraum umgetreten. Herr Schlager kam ein Zeichen aus dem Kölner Keller. Schaute sich die Situation „stundenlang“ an, um dann auf KEINEN Strafstoß zu entscheiden. Also sorry, wenn das kein Elfer war. Und dann noch der Vergleich zu Mittwoch. Unglaublich!!!
Die Köpenicker waren nun weiter sehr bemüht. Wirklich Zählbares sollte jedoch nicht herausspringen. Das sah Admiral Fischer wohl auch so und brachte mit Kevin und Sven frische Stürmer. Und er beließ Sheraldo auf dem Platz. Für mich die einzig richtige Entscheidung! Es dauerte nur 21 Sekunden, ehe Sven mit dem Kopf den Ausgleich erzielte! Grenzenloser Jubel bei den Spielern, Betreuern und vor allem von den abermals mitgereisten Fans. Doch das war es noch nicht! In der 86. Minute war es wieder Sven, der in den Mittelpunkt geriet: Sheraldo zündete auf der rechten Außenbahn den Turbo, flankte flach in den Strafraum. Sven rauscht heran. Alle dachten, er suche selbst den Abschluss. Aber Pustekuchen!! Mit der Hacke legte er auf Kevin ab, der dann den Keeper auch noch tunnelte. Irre, was nun bei allen Rot-Weißen abging. Die Rache war gelungen, mehr als eine kleine Genugtuung.
Fotos gab es leider keine. Daher nun noch der tagesaktuelle Befehl vom Kaleu:

Lesung von einem Zahnarztstuhl

Veranstaltungsbericht von Seekadett Nussbücker

Unter diesem Motto lud uns Marine-Stabsarzt Dr. Henry in seine heiligen Hallen. Als ich diese zusammen mit meiner Liebe betrat, umfing uns der einer Zahnarztpraxis eigene Duft. Bis gerade eben noch hatte Dr. Henry genau hier das getan, was ein Meister seines Fachs an einem solchen Orte zu tun pflegt. Nun aber traten er und seine bezaubernde Assistentin uns entgegen, um meine Liebe und mich herzlich willkommen zu heißen.

Ein mir dargebotenes, von Braumeister Peter Görendt frisch gezapftes Meck sorgte zudem dafür, dass ich meine diesem Orte geschuldete Scheu rasch wie erfolgreich bekämpfte. Doch nicht nur für herzhaften Trunk durch das Beste aller Biere war gesorgt. Kombüsen-Chef Obermaat Stefan stellte einen herzhaften Imbiss zur Verfügung, bestehend aus knackigster Bockwurst mit frischem Brot oder Brötchen, Gürkchen und Senf. Diesen Freuden durfte ich mich jedoch zunächst noch nicht zuwenden – niemals Essen vor der ersten Schicht, lautet einer meiner Grundsätze als Vorleser. Denn als solcher war ich, an der Seite meiner Liebe, heute hier an der Arbeit. Zumindest ein paar Salzstangen – ideal zum frischen Meckatzer – gönnte ich mir zur Stärkung.

Dr. Henry hatte seinen Behandlungsraum bestens vorbereitet. Der Behandlungsstuhl war mir vorbehalten, meine Liebe nahm auf einem weiteren derartigen Möbel – obendrein eines mit antiquarischem Wert – ihren Arbeitspatz ein. Für das Publikum lagen rings um uns herum rote Sitzkissen ausgebreitet.

Zunächst brachten Anke und ich je eine Kurzgeschichte, welche das Publikum mit herzlichem Applaus bedachte. Ich genoss es, zum allerersten Mal in meinem Leben auf einem zahnärztlichen Behandlungsstuhl und obendrein in originaler Behandlungs-Position meine Arbeit als Vorleser zu verrichten. Was mir dabei durch den Kopf ging, liefert eines Tages Stoff für mindestens eine Kurzgeschichte. Dann ging es hinaus, und eine weitere Runde Labsal mit herzhaftem Speis und Trank wartete auf alle, die der Einladung des FCU Marine Corps Folge geleistet hatten. In der nächsten Leserunde ließen Anke und ich unser Publikum an einem utopischen Roman teilhaben, den wir gerade schreiben – und der demzufolge auch noch keinen Schluss hat.

Quasi als Entschädigung für diesen gnadenlosen Cliffhanger präsentierten wir in der letzten Vorleserunde drei Kurzgeschichten aus unserer Feder.

Ehe wir uns versahen, war es draußen dunkel geworden – und schon nahte der unausweichliche wie absolute letzte Scheidebecher. Irgendjemand musste barbarisch an der Uhr gedreht haben. Schnell halfen alle mit, diesen Ort wieder gefechtsbereit zu machen und in seinen Urzustand zurückzuversetzen. Zum Lohne fanden Anke und ich einen gut gefüllten Hut vor, für dessen Inhalt wir uns herzlichst bedanken – überhaupt verneigen wir uns an dieser Stelle vor allen, die diese für uns einzigartigen Stunden ermöglichten und das Janze in völlig ehrenamtlicher Arbeit (mit knallharter Betonung der ersten Silbe!) sicherstellten:

Dr. Henry danken wir für die überaus großzügige Gastfreundschaft und ihm wie seiner liebreizenden Assistentin für die Betreuung während der gesamten Veranstaltung. Dr. Henry ahnte stets genau, welche Sitz- oder Liegeposition der jeweilige Text erforderte.

Christel und Peter aus dem Hause Meckatzer danken wir im Namen der gesamten Besatzung des U-1966 für die Versorgung mit dem besten aller Biere, unserer Basis Marinehaus und Kombüsenchef Obermaat Stefan für die Versorgung mit herzhaften Gaumenfreuden, für die der Name Imbiss viel zu gering erscheint.

Ebenso danken wir den Meckatzer Freunden Preußen und dem Vermessungsbüro Heller Briesovsky für all die mitunter aufreibende Arbeit der Planung, Organisation und Sicherstellung der Veranstaltung – und dem Ehren-Crewmitglied wie hauptamtlichen Praktikanten unseres Schwesterschiffs Viktoria, dem Berliner Cartoonisten Sam Paff für die Erstellung eines Kunstwerks, für welches wiederum der Name Eintrittskarte so gänzlich tiefgestapelt ist.

Anke und ich werden diesen Tag niemals vergessen – und wir hoffen, dass auch alle Beteiligten und Gäste Spaß dran hatten. Ein Hoch auf unsere Crew, unser Marine Corps, unseren Verein: Eisern Union!

DFB-Pokal-Halbfinale bei dem Dosenclub aus Nordsalzburg

Ohje, als ich vorhin mit unserem Kaleu telefonierte, stellte sich heraus, dass selbiger flachliegt. Eventuell Corona? Was für ein Mist! Waren wir etwa für das Spiel bei dem Brausekonstrukt aus Markkleeberg führungslos? Nein, denn in weiser Voraussicht erließ er folgenden Tagesbefehl:

Und unser Leutnant zur See Seku war seit gestern wieder anzugstechnisch auch auf dem aktuellen Stand der Dinge. Das an den Kapitän der „Victoria“ gegebene Basecap konnte er nachbestellen. Also für den heutigen Abend gab der Kaleu folgende Aufstellung unserer Marines bekannt:
– Kaleu Christian zu Hause im Bett mit Nieren- und Blasentee.
– Leutnant Seku im Stützpunkt Illerschleife mit Augustiner Hell und Auchentoshan.
– Obermaat Marian daheim voller Einsatz. Zaubertrank Meck-Weizen und Obstler.
– Obermaat Stefan als Koch getarnt im Marinehaus für die Ablenkung sächsischer Feinde verantwortlich.
– Seekadett Nussmann ebenfalls mitfiebernd daheim.
Maat Tilo als einzig Gesandter vor Ort!!! Welch verantwortliche Aufgabe!!!!
– Maat Christian, geschafft nach einer weiteren Etappe des Firmenumzuges, wird hoffentlich nicht vor dem TV einschlafen… Hinzu kam sein heutiger Geburtstag! Happy B-Day von der gesamten Crew!!
Was wurde im Vorfeld dieses DFB-Pokal-Halbfinales nicht alles geschrieben? Und ich mag den ganzen Kladderadatsch gar nicht wiederholen. Denn nur die Fakten zählen. Und diese sahen dann wie folgt aus:
In der mit 47069 ausverkauften Markkleeberg-Arena waren auch ca. 3000 Unioner, die unsere Mannschaft von der ersten Minute an unterstützten. Bereits zur Halbzeit bliebe es selbst mir als Fernsehkonsument nicht verborgen, dass wir Unioner ein ganz klares Übergewicht von den Rängen verzeichnen konnten. Und genau dieses übertrug sich auf das Spielfeld! Ich neige ungern zu Superlativen. Aber heute musste ich feststellen, dass unsere Jungs in den ersten 30 Minuten eines ihrer besten Spiele zeigten! Diese millionenschwere Brausemannschaft war so überrascht, dass sie keinen ordentlichen Angriff zu Stande bekamen. Und so gingen unsere Fußballgötter auch völlig verdient in der 25. Spielminute in Führung: Trimmel stiefelte die rechte Seite entlang und spielte einen perfekten Ball auf den zweiten Pfosten. Dort lauerte Sheraldo und versenkte die Kugel im Netz! Die Sachsen zeigten sich zunächst geschockt. Aber ab Minute 30 nahmen auch sie am Spiel aktiver teil. Jedoch bedurfte es weiterer 7 Minuten, ehe sie zu einem gefährlichen Torabschluss kamen. Jedoch war unser dänischer Torhüter auf dem Posten. Halbzeit.
Beide Mannschaften kamen unverändert zurück. Und die Gastgeber hatten die erste Möglichkeit. Aber Willi Orbán verfehlte das Uniontor. Leipzig blieb unermüdlich und attackierte die Köpenicker Defensive immer wieder und kam dann durch Olmo zum Torabschluss. Der Distanzschuss landete jedoch direkt in den Armen von Frederik Rønnow. In der 57. Minute dann die erste große Möglichkeit in Halbzeit 2 für unsere Helden: Sheraldo nahm einen langen Ball mit der Hacke mit, verzögerte im Strafraum kurz und versuchte dann den mitgelaufenen Taiwo am zweiten Pfosten zu bedienen. Der Ball kam nicht perfekt in den Lauf von Awoniyi und so verpasste selbiger das runde Leder nur um wenige Zentimeter. Dann kam Minute 60. In einer Strafraumsituation kam Nkunku zu Fall. Schiedsrichter Brych ließ zunächst weiterlaufen. Für mein Empfinden die einzig richtige Entscheidung! Aber der VAR im Kölner Keller meldete sich zu Wort. Herr Brych knickte ein und gab einen Elfmeter. Silva verwandelte selbigen eiskalt zum Ausgleich. Dennoch blieb ein fader Beigeschmack. Egal. Unsere Mannen kämpften unablässig immer weiter. Immer weiter ganz nach vorn! Den Sieg vor den Augen usw. Admiral Fischer wechselte mit Sven und Andreas noch einmal frische Angreifer ein. Über einige Standartsituationen ergaben sich auch noch kleinere Möglichkeiten. Aber es sollte nichts Dramatisches weiter passieren. Ich war schon fast auf dem Weg in den Keller, um für die Verlängerung Nachschub an Hopfensaft zu organisieren. Und da schlug es ein in den Maschen unseres tapferen Frederik´s. Eine butterweiche Flanke köpfte Forsberg unhaltbar in das Tor. Das wars. Ende, Aus. Kein Finale für unsere tapfer kämpfenden Götter. Aber für Trauer bleibt nur wenig Zeit. Bereits am Samstag treten wir bei gleichem Konstrukt an. Diesmal geht es um Punkte in der Bundesliga. Doch bereits übermorgen gibt es eine Lesung unseres genialen Literaten Nussi und seiner Liebe Anke auf einem Zahnarztstuhl. Wir sind alle sehr gespannt, wie das so laufen wird!! EISERN UNION

Logbucheintrag 2022-04-20. Leutnant zur See Seku

Sieg gegen die Frankfurter Eintracht

Mein Tag begann mit Schienenersatzverkehr. Also fährt man etwas länger und plant dementsprechend mehr Fahrtzeit ein. Obermaat Marian getroffen und pünkltich am Anleger angekommen. Olaf berichtet, dass die Viktoria nicht starten kann – Anlasserproblem. Wir gehen halt zum nahgelegenen Späti und kaufen die letzten Bayrischen Helle auf. So vergeht eine Stunde bis dann doch die positive Meldung von der Viktoria kommt. Einlaufende Viktoria mit Gesängen, Ansprache von Simone und 50 Unentwegte stechen in See. Auf dem Schiff eine Neuheit: Kapitän Guido und Praktikant Sam mit neuem Hut: Basecap der U-1966. Da musste ich dann doch mal nachfragen. Unser Maat Tilo mit unserem Leutnant zur See hatten die entscheidende Aktie dran. Auswertung zum nächsten Stammtisch. Unsere Crew ist mit 4 Mann dabei, Obermaat Marian, Seekadett Nussi, Maat Tilo und meine Wenigkeit. Bei bestem Ostersonntagwetter geht´s Richtung Innenstadt. Wie immer mit lauter Musik und noch lauterem Gesang. Anlieger und Spaziergänger jubeln uns zu. Berliner Pilsner geht rum und Simone schmeißt eine Entschuldigungsrunde, ich glaube es war ein Feigling. Guido fährt mit Volldampf und ohne Umwege um so Köpenick mit lediglich 45 min Verspätung zu erreichen. Super gemacht. Auf dem Weg sehr freundlichen Frankfurtern begegnet, was, wie sich später herausstellte, auch trotz Niederlage nicht verschlechterte. Da war er der Sportgeist, den wir so lieben. Also weiter zum Stadion, meine Dauerkarte einem Bedürftigen übergeben und ein paar Bier getankt. Spielbeginn wie immer toll. Glückwunsch mit langem Beifall an die Barca-Besieger. Dann eine kleine persönliche Pleite. Ich möchte ein paar Bilder schießen. Mein Handy ist weg. Sch… Und dann schießt Union 2 Tore und ich kann nur begrenzt feiern. Ich also mit gebremsten Gefühlen in die Pause. Tilo ruft mein Handy an. Es meldet sich der Empfang von Union. Jemand hat das Handy dort abgegeben. Ich also dort hin und Handy abgeholt. Ich konnte mich nicht einmal beim ehrlichen Finder bedanken. Auch das ist Union! Also nunmehr wieder mit ausgeglichenem Gemüt in die 2. Halbzeit. Ergebnis und Verlauf ist ja bekannt. Aber was ich toll fand, die Frankfurter feierten ihre Mannschaft trotz Niederlage. Glasner klatschte eigene Mannen genauso ab wie jeden Unioner. So ist Sportsgeist! Ein großer Sieg für den Fußballsport. Der Rest ist dann schnell erzählt. Ein paar Ostersonntag-Biere mit diversen Freunden im Stadion, auf dem Weg Frankfurter getroffen, die uns gratulierten, in Tusches Kneipe ein paar Guinness mit Fachgesprächen, Tusche selbst getroffen und paar Worte gewechselt (er ist immer sehr stark umlagert), mit Krolli in Fahrgemeinschaft nach Hause gefahren. Mitternacht auf dem Laken und vom kommenden Mittwoch geträumt. Davon dann später mehr …
Logbucheintrag 2022-04-18 Kaleu Heller

Stadtmeister

Ja wie geil war denn dieser heutige Abend?? Was war das für ein Auftritt unserer Mannschaft?? Unbeschreiblich. Aber der Reihe nach: Unser Kaleu gab für den heutigen Tag folgenden Befehl aus:

Nach dem Stammtisch am Donnerstag war klar, volle Konzentration ALLER Marines auf das heutige Auswärtsspiel. Auswärts hieß im „Oly“ in Charlottenburg. Also nicht weit weg von unserem geliebten Wohnzimmer. Was wurde da im Vorfeld nicht alles diskutiert, philosophiert, geschrieben, gemutmaßt, … Doch die Wahrheit spielte sich heute ab 1830 ab. Der Reihe nach:
Unser Kaleu hatte die Marines strategisch an den wichtigsten Punkten eingeteilt: Er überwachte höchstpersönlich von seinem Headquarter das Geschehen. Leutnant Seku hielt wie gewohnt die Stellung im südlichsten Außenstützpunkt „Illerschleife“ die Stellung. Obermaat Marian sollte von seinem trauten Heim sein Bestes geben. Obermaat und Smutje Stefan hatte die Aufgabe, eventuelle Spione der „ALTEN DAME“ im Marinehaus in Schach zu halten. Seekadett Nussmann war nach seinem sensationellem Auftritt am Donnerstag ebenfalls für den Innendienst eingeteilt. Blieben noch die beiden Maate Tilo und Christian, die im Stadion für die Überwachung eingeteilt wurden. Diese Strategie ging in allen Punkten auf. Hier nun die Details:
Alles begann um 1418. Maat Tilo meldete als erster Gefechtsbereitschaft! Seekadett Nussmann wollte dem nicht nachstehen und schickte umgehend vollen Einsatz. Der Kaleu hatte bei typischem Union-Wetter Gäste zum Grillen eingeladen. Maat Christian schickte erste Fotos aus Charlottenburg. Leutnant Seku hatte sich mit Meckatzer und Union-Rum eingedeckt. Alles war vorbereitet. Alles war bereit für das erste Derby nach 2 Jahren in einem ausverkauften Olympiastadion. Und was wurde nicht alles im Vorfeld diskutiert, dass unsere Mannschaft als Favorit in das Spiel gehen würde. Aber abwarten. Hertha steht mitten im Abstiegskampf und wer weiß…

Und dann ging es auch schon los. Anstoß um 1830. Herthas Trainer Magath veränderte gleich auf 5 Positionen die Startelf. Bei uns gab es lediglich einen Wechsel. Für Jäckel (gelbgesperrt) begann Heintz. Unsere Jungs begannen sehr flott! Sie erspielten sich Chance um Chance. Lediglich der sehr gut aufgelegte Keeper der Herthaner verhinderte das erste Tor. Doch in der 31. Minute musste auch er sich geschlagen geben: Eine butterweiche Flanke von Becker köpfte Haraguchi in die Maschen. Bis zum Halbzeitpfiff war von der Hertha nicht viel zu sehen. So ging es mit einer völlig verdienten Führung in die Kabinen.
Anstoß zu Halbzeit 2: Hertha brachte 2 frische Kräfte. Das zahlte sich auch sehr schnell aus. Nach tollem Tousart-Pass spielte Belfodil flach nach innen. Baumgartl wollte vor Maolida klären und beförderte den Ball unglücklich ins eigene Tor (49.). Verdammt! Verspielen wir hier einen sicher geglaubten Sieg? Aber nein, kurzes Schütteln und unsere Schlosserjungs schlugen erbarmungslos zurück! Gießelmann flankte und Prömel nickte zur erneuten Führung ein. Dieser Treffer zog den Hausherren endgültig den Zahn. Und als Becker in der 74. Minute das 1:3 erzielte, gab es kaum noch Zweifel. Von Hertha kam nun nichts mehr. Der eingewechselte Michel machte dann noch den Deckel drauf. Dann beendete der Schiedsrichter die Partie. Wir bleiben Stadtmeister. Die letzten 3 Spiele gegen die Hertha haben wir für uns entschieden. Noch Fragen?? Und niemals vergessen….

April-Stammtisch

Nach dem ich den Stammtischtermin von langer Hand vorbereitet hatte, war dann alles wieder stressig wie immer. Unaufschiebbarer Termin im Büro. Limit gesetzt mit 1600 Uhr. Letztendlich hektisch 1630 aufgebrochen, in S-Bahn gehetzt und dann doch pünktlich 1700 im Marinehaus. Sekunden später ein Weizen in der Hand und angestoßen. Meine umfangreichen Vorbereitungen zur Lesenacht reduzierten sich dann durch diverse Vereinfachungen. Ergebnis folgt dann nochmal extra… Es ist eben immer wieder schön, mit konstruktiv denkenden Menschen etwas anzugehen. Soweit war alles eigentlich erledigt. Der Plan stand ca. 1830, man hätte einfach 2 bis 3 Bier getrunken und dann ab nach Hause. Aber wie immer kommt es anders, manchmal ganz anders. 1830 kommt ein Bote ins Marinehaus und sucht einen Kaleu mit Crew. Ich gebe mich zu erkennen und werde Besitzer eines ominösen Briefumschlages. Inhalt eine Grußkarte mit 40 Tage Abstinenz-Geschwafel. Völlig unverständlich! Aber auch die 2 Dauerkarten die Tilo und ich unserem Christian geliehen hatten, gepaart mit 20 € – alles von unserem Maat Christian. Nun war Stefan dran und wir bekamen Averna zum Anstoßen. Soweit eine gelungene Überraschung. Nun kommt Nussi, der darauf besteht, dass auch Tilo dabei sein muss. Tilo kommt dann viel zu spät, Spannung wächst unerträglich bis ca. 1930. Nun kommt Nussi´s Auftritt. Ein elendig langer Brief von unserem Leutnant zur See kommt zum Vortrag. Lediglich von Zwischenapplaus und Anstoßgeräuschen unterbrochen. Dann kommts richtig dicke: die Paketöffnung. Wir sind von den Socken und müssen erstmal einen Beruhigungsschluck und den Moment genießen. Da hat doch unser allseits ge- und beliebter Leutnant zur See seine Kompetenzgrenze über alle Maßen überschritten. In einer einmalig unabgestimmten Aktion hat er der gesamten Crew zur Sprachlosigkeit verholfen. Schönen Dank auch. Nun saß die Crew, nebst Christel und Peter, völlig neu behutet und feuchtfröhlich beisammen. Was für ein Anblick! Was für eine Überraschung! Es wurden dann noch einige Meckatzer auf das Wohl von unserem Leutnant angehoben und der Abend wurde dann wieder mal länger als geplant. Und schön war es!!! Nun haben wir zwei Uniformvarianten. Winteruniform mit Mantel, Melone, T-Shirt-lang und für die warme Jahreszeit T-Shirt-kurzärmlig mit Basecap. Unsere Ausrüstung ist unvergleichlich und erregt Aufsehen, was wir eigentlich immer vermeiden wollten, denn unsere Mission ist äußerst geheim und muss in in aller Stille vollzogen werden. Dazu dann wieder mehr im neuen Tagesbefehl…

Logbucheintrag 2022-04-07 Kaleu Heller

41 Punkte sind nun UNSERE

… und damit verbunden der sehr wahrscheinliche Klassenerhalt! Denn bei noch insgesamt 6 ausstehenden Spielen sollte der Vorsprung von 15 Punkten auf den Relegationsplatz mehr als reichen. Und Admiral Fischer hatte sich in einem Interview auch dazu hinreißen lassen, ein neues Ziel zu definieren. Na gut, das ist absolut sein gutes Recht! Wir Marines betrachten es ein wenig nüchterner (hahaha):
Der Kaleu gab in den frühen Morgenstunden folgenden Tagesbefehl bekannt:

Diesem Befehl entsprechend bezogen all unsere Marines ihre Posten. Natürlich in der vorgeschriebenen Anzugsordnung! Das bedeutet, dass Seekadett Nussmann zusammen mit Maat Christian die Nordflanke abdecken sollte. Obermaat Marian war mit Maat Tilo für die Schlosserei eingeteilt, während der Herr Kaleu von der Tribüne Anweisungen gab. Leutnant Seku bewaffnete sich mit Meckatzer Weizen und Union-Rum. Soweit die Vorbereitungen unserer Crew.
Und dann ging es auch schon los. Aber irgendwie anders als gewohnt. Unsere Marines waren ein wenig irritiert, dass Nina Hagen schon deutlich früher als üblich durch die Lautsprecher schallte. Oder waren unsere Marines ob der 2-jährigen Corona-Zeit noch nicht ganz im Rhythmus? NEIN, denn es stellte sich nur kurze Zeit später heraus, dass die nun wieder anwesenden Ultras eine kleine Einlage einstudiert hatten, die dann auch das Stadion An der Alten Försterei kurzzeitig in Nebelschwaden verhüllte.
Anstoß. 2030. Die erste Halbzeit begann sehr verheißungsvoll. Awoniyi hatte bereits nach 2 Minuten eine Chance. Jedoch legte er sich den Ball etwas zu weit vor, so dass der Angriff verpuffte. Der „Effzeh“ war von nun an bemüht, das Heft des Handelns in die eigenen Hände zu nehmen. Doch unsere Jungs waren immer da, störten sehr zeitig die Angriffsbemühungen. Kurz vor dem Seitenwechsel drehten beide Mannschaften noch einmal auf. Scheinbar waren beide gewillt, das psychologisch so wichtige 1:0 vor der Pause zu erzielen. Aber es blieb beim 0:0.
Halbzeit 2: Anstoß. 2134. Nach nur 4 gespielten Minuten stand die Alte Försterei Kopf: Ein Schnitzer von Jonas Hector nahm Awoniyi dankend an und versenkte die Kugel in den Kölner Maschen. Irre, was nun im Stadion abging. So viele glückliche Menschen hatten wir schon sehr lange nicht mehr gesehen. Das Tor zeigte Wirkung bei den Domstädtern. Es dauerte bis zur 63. Minute, ehe sie gefährlich vor Rønnow auftauchten. Im Anschluss verteidigten unsere Götter den knappen Vorsprung. Grenzenloser Jubel, als Schiedsrichter Badstübner das Spiel abpfiff.
Nun warten wir alle sehr gespannt auf den kommenden Samstag. Da ist wieder Derbytime. Unsere Mannschaft fährt nach Charlottenburg. Anstoß ist um 1830.

März Stammtisch

Hier der Versuch unseres Kaleus, den März-Stammtisch in wenigen Worten zusammenzufassen:
„Ich kam viel zu spät, später als gedacht. Meine Lehrbrigade aus den 70-ern hat mich nicht losgelassen. 5 Weizen 0,5 Schöfferhofer und diverse Uzos beim Griechen in 5 Std… dann von Biesdorf nach Jannowitzbrücke. Ankunft 1803. Endlich ein Meck Weizen – ein Genuss!!! Marian und Stefan warteten bereits. Danach kam Sam mit Opi und es wurde lustiger. Letzter wie immer Tilo! Diesmal auch in vollständiger Uniform. Thema Nr.1 Lesenacht. Notwendige Terminänderung. Henry hat Vorschlag von + – 1 Woche vorgeschlagen. Nussi ist derzeit krank. Meine Anfrage wurde noch nicht beantwortet. Inhalt der Lesenacht wurde hinsichtlich des Themas in Benefiz-Lesenacht geändert. Wir wollen für Spenden werben für einen unionnahen Zweck. Handicaper etc. Der Abend soll also nicht nur Spaß bereiten … Entwürfe von Sam für eine Eintrittskarte wurden begutachtet und einer wurde favorisiert und nun von Sam endgefertigt. Ich sorge für den Druck. Geplant sind dann ca. 30 Personen. Weitere Infos werden folgen… Die spontane Idee einen Trip nach Scotland vom 06.-09.10.2022 zu unternehmen fand sofortige Zustimmung unter den Anwesenden. Konkretes wird folgen, wenn die Teilnehmerzahl feststeht. Mein Vorschlag nach Glasgow zu fliegen, wird noch abgewogen… Ich halte Glasgow für einen guten und günstigen Zielort. Flug und Unterkunft sind hier ideal… Aber das wird wohl noch entschieden werden müssen. Auch die weltpolitische Lage könnte unsere Entscheidung beeinflussen. Der Abend verging wie im Flug. Wir konnten uns wieder prächtig streiten und uns anschließend wieder vertragen. Also ein typischer U-1966 Stammtisch. Unsere Unioner machen uns derzeit eh nur Freude und mit diesem glücklichen Gefühl ging ich beschwingt zur S-Bahn, von Marian begleitet. Dank guter Bahnverbindung war ich 2300 im Bett, was für mein Aufstehen am nächsten Tag um 0530 mehr als gut war. So bleibt die Vorfreude auf die nächsten Höhepunkte… EISERN U-1966 !“

Sieg im Pokal gegen den FC St. Pauli

Am 30. Januar 2022 fand die Auslosung für das Viertelfinal des DFB-Pokales statt. Felix Neureuther sollte als „Losfee“ fungieren, musste jedoch nach einem positiven Corona-Test seiner Tochter absagen! Ihn vertrat der Stadionsprecher des BVB Norbert Dickel, der mit Dortmund im Jahre 1989 selbst den Pokal gewann und beim 4:1 gegen Werder Bremen sogar einen Doppelpack schnüren konnte. Gegen 1929 Uhr wurde ich denn geplagt von einer unerklärlichen Unruhe! Lag es vielleicht daran, dass in meiner Erinnerung Union die letzten 7 Heimspiele im DFB-Pokal allesamt verloren hat? Kein gutes Omen! Aber: Wollten wir denn schon wieder auswärts antreten? An einem Dienstag eventuell bis nach Freiburg reisen? Ich war sehr unsicher. Na egal, Herr Dickel schritt zur Tat und zog gleich als erstes unseren FC-Wundervoll!!! Na immerhin ein Heimspiel. Vielleicht vor ausverkaufter Alter Försterei? Und dann zog die stellvertretende „Losfee“ den FC St. Pauli. Das brachte mein inneres Zerwürfnis auch nicht gerade ins Gleichgewicht. Immerhin standen die Hamburger zum Zeitpunkt der Auslosung auf einem direkten Aufstiegsplatz in Liga 2!!! Also alles andere als ein Selbstläufer.
Am 01.03.2022 hatte dann das Warten endlich ein Ende! Nach dem Sieg gegen die Mainzer waren erneut 10000 Fans im Stadion An der Alten Försterei.

Bevor das Spiel beginnen konnte, gab es erneut eine Schweigeminute als „Botschaft des Friedens“. Auch trugen die Protagonisten aufgrund der Situation in der Ukraine eine Binde mit dem „Peace“-Zeichen.
Als Schiedsrichter fungierte Herr Badstübner, der die Partie um 2045 angepfiffen hatte. Sofort entstand ein flottes Spiel. Beide Teams waren sich der Bedeutung bewusst und es war ihnen anzumerken, dass alle in das Halbfinale wollten. Solch eine Gelegenheit bekommen ja beide Mannschaften nicht so oft… So bekamen die Köpenicker bereits nach 1 Minute einen Eckball. In Minute 4 tauchte Marcel Hartel (ein Fußballgott) in unserem Strafraum auf. Trimmel aber konnte ihn gekonnt abgrätschen. So ging es nahtlos weiter. Zum Ende der ersten Viertelstunde hatten die Gastgeber zwar optische Vorteile, St. Pauli erwies sich aber als der erwartet schwere „Brocken“. Ja und prompt gingen sie dann auch noch in Führung! Besagter Fußballgott Hartel legte einen Freistoß an der Strafraumgrenze für Kyereh auf, der den Ball flach an der Mauer vorbei in die Maschen schießt. Das war der erste Torschuss der Gäste und der war dann auch gleich drin. Erinnerungen an den vergangenen Samstag wurden wach, nur dass wir da so eiskalt waren. Egal, es war noch genügend Zeit. Unsere Mannschaft tat sich schwer. St. Pauli machte das gut. Sie hatten ihr System auf Union abgestimmt. So gab es kaum Lücken. Ab der 30. Minute tat der Gastgeber dann etwas mehr. Sie kamen immer wieder zu Abschlüssen. Smarsch, der Keeper der Kiezkicker, wuchs über sich hinaus. Als schlussendlich alle mit einer Pausenführung der Hamburger rechneten, erzielte Becker in der letzten Spielminute den Ausgleich! Ein wunderschöner Lupfer über Freund und Feind hinweg. Na das kam wohl zum richtigen Zeitpunkt! Halbzeit.
Bis zur 65. Minute ein ähnliches Bild wie in der 1. Halbzeit. Union optisch überlegen. St. Pauli verteidigte tapfer. Dann wurde Voglsammer eingewechselt. Wohl der entscheidende Schachzug unseres Trainers, der am Ende auch das Spiel entscheiden sollte. Voglsammer also rein und nach nur 4 Minuten forderten die Fans lautstark einen Elfmeter. Ganz ehrlich, auch ich hätte mir gewünscht, dass der VAR wenigstens mal Herrn Badstübner den Tipp gibt, sich die Situation anzuschauen. Nun, er tat es nicht und das Spiel lief weiter. In der 75. Spielminute grenzenloser Jubel in unseren Reihen: Jaeckel spielt einen langen Ball Richtung Strafraum der Gäste. Sah eigentlich nicht wirklich gefährlich aus. Aber Medic rutscht nach dem ersten Ballkontakt weg und unser Joker reagiert blitzschnell. Schnappt sich die Kugel und schiebt selbige kompromisslos an Smarsch vorbei in das linke Eck! Wahnsinn. Das Stadion tobte. Aber es waren noch 15 +x Minuten zu absolvieren. Jetzt nur einzigen keinen Millimeter nachgeben. St. Pauli stellte nun das System um und versuchte, den Ausgleich zu erzielen. Aber so richtig gefährlich wurde es nicht vor dem von Rönnow gehütetem Tore. Und dann hatte Voglsammer auch noch in der 90 +1 Minute die Entscheidung auf dem Schlappen. Jedoch krachte der Ball an den Pfosten, von dort aus zurück ins Spielfeld. Chance vertan und weiter zittern. In Minute 90 +3 Eckball für die Hamburger. Der Keeper der Kiez-Kicker war mit aufgerückt und segelte am Spielgerät vorbei. Das ergab die Chance für Makienok. Sein Schuss verfehlte um Haaresbreite das Uniontor. Puh, das war knapp! Und dann war endlich Schluss! Die Köpenicker stehen nun im Halbfinale. Nach 20 Jahren Pokaltristesse dürfen wir nun weiter träumen. EISERN UNION!!!
Nach dem Spiel dann glückliche Gesichter. Vielen Dank an Kaleu Christian und Maat Tilo. Sie waren heute leider allein unterwegs. Seekadett Nussi lag mit Fieber im Bett. Leutnant Seku kämpfte noch mit den Samstagsnachwehen und den ganzen Nachtor-Rums… Aber beide hielten tapfer durch und versuchen wirklich alles, bereits am kommenden Samstag wieder fit zu sein. Da geht es in die VW-Stadt. Wäre doch sehr schön, wenn wir Herrn Kruse zeigen, dass sein Wechsel einfach nur dumm war…